Washington (AP) Für die Genforschung in den USA zur Verfügung stehende
menschliche Stammzellen sind nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern mit
bestimmten Sialinsäure-Molekülen aus tierischem Nährmaterial verunreinigt,
in dem sie gezüchtet werden. Dies könne zu Problemen bei der möglichen
Verwendung von Stammzellen in Menschen führen, berichten Mitarbeiter der
Universität von Kalifornien in der Online-Ausgabe des Magazins «Nature».
Bei den Verunreinigungen handelt es sich um den auf der Oberfläche
tierischer Zellen vorkommenden Zucker Neu5Gc (N-glycolylneuraminic acid),
der zu den Sialinsäuren zählt. Er steht im Verdacht, im menschlichen
Körper schädliche Immunreaktionen auszulösen, die zu Herzerkrankungen und
Krebs führen könnten.
Die Wissenschaft hofft, mit Hilfe spezieller Stammzellen einmal genetische
Defekte von menschlichen Organen beheben und Krankheiten heilen zu können.
Die Forschung ist problematisch, weil die Stammzellen aus wenige Tage
alten Embryonen entnommen werden, die dann absterben. Dies wird von
Gegnern als unethisch empfunden.
In den USA darf nur die Arbeit mit schon vorhandenen Stammzellenlinien aus
Bundesmitteln finanziert werden. Die gegenwärtig in diesem Rahmen
verfügbaren Stammzellen sind in von Tieren stammendem Nährzellen
gewachsen, beispielsweise in Bindegewebszellen von Mäusen und Serum aus
Kalbsföten.
Der Studie zufolge enthalten diese Stammzellenlinien Neu5Gc. Der Leiter
der Studie, Ajit Varki, berichtete, selbst wenn statt der tierischen
Nährzellen handelsüblicher Serumersatz verwendet werde, seien die darin
gewachsenen menschlichen Stammzellen immer noch verunreinigt, weil
wahrscheinlich auch die Ersatz-Seren aus tierischem Material gewonnen
würden. Das Problem könne offenbar gemildert werden, wenn speziell
ausgesuchtes menschliches Serum im Nährboden verwendet werde.
Menschliche Zellen können kein Neu5Gc produzieren. In früheren
Forschungsarbeiten fand Varki heraus, dass es im Menschen Antikörper gegen
diesen Zucker gibt.
http://www.nature.com/naturemedicine
Von AP-Korrespondent Randolph E. Schmid
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Letzte Änderung: 2005-02-01 15:06:23