Bern (AP) Gen Suisse hat am Dienstag vor einer Schwächung des Forschungsstandortes Schweiz bei einer Annahme der Moratoriumsinitiative gewarnt. Die Schweiz brauche eine hochstehende Forschung, um die Spitzenposition im Bereich Pflanzenbiotechnologie zu verteidigen, gab die Stiftung an einer Medienkonferenz bekannt.
Die Schweizer Forschung im Bereich Pflanzenbiotechnologie spiele international auf oberstem Niveau mit. Diese Position und damit die Exzellenz in Forschung und Lehre stünden seit Jahren unter finanziellem und öffentlichem Druck. "Ein Moratorium für den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen hätte eine zusätzliche negative Signalwirkung - nicht nur auf potenzielle Studierende im In- und Ausland, sondern auch auf Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die wir für Professuren in der Schweiz gewinnen möchten", sagte Ernst Hafen, Direktor des Zoologischen Instituts der Universität Zürich-Irchel und auf Ende Jahr neuer Präsident der ETH Zürich. Die gentechnische Veränderung von Lebewesen sei keine Erfindung des Menschen. Es sei hingegen die Erfindung, die der Entstehung allen Lebens zu Grunde liege. Gentechnik sei eine Veränderung des Erbgutes, wie sie in der Natur seit Milliarden von Jahren vorkomme. Das heisse zwar nicht, dass diese Technologie keine Risiken trage, aber die Risiken seien heute, nach jahrelanger intensiver Biosicherheitsforschung nicht nur abschätzbar, sondern aus Sicht der Wissenschaft auch vertretbar.
Ein Moratorium sei nicht nur unehrlich und überflüssig, sondern schade dem Forschungsplatz Schweiz, sagte auch der Luzerner CVP-Nationalrat Josef Leu. "Wir brauchen keine ideologischen Scheuklappen und fundamentalen Verbote im Umgang mit der Gentechnik. Was wir brauchen ist eine starke Forschung in einem verantwortungsvollen Rahmen", erklärte er.
Klaus Amman, Direktor des Botanischen Gartens der Universität Bern, räumt ein, dass die bisher zugelassenen transgenen Pflanzen für die Schweizer Bauern keine wirklich nützliche Option sind. In absehbarer Zukunft würden aber Produkte zur Marktreife entwickelt, die auch für Landwirte in der Schweiz einen klaren, direkten Vorteil böten. Zudem biete die molekulare Pflanzenzucht insbesondere für Entwicklungsländer auch grosse Chancen.
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Letzte Änderung: 2005-10-05 16:30:25