CHESTERFIELD, ENGLAND - Englische Wissenschaftler haben Tabakpflanzen mit einer besonderen Technik dazu gebracht, das menschliche Hormon Somatotropin zu produzieren. Es ist ein Protein, das häufig zur Behandlung des sogenannten hypopituitären Zwergwuches bei Kindern Einsatz findet.
Die Gen-Kodierung für das Protein hatten die Forscher vom Biotechnologie-Unternehmen Monsanto nicht, wie bisher üblich, in den Zellkern sondern in die Chloroplasten eingeführt. Dies sind die Zellorgane, in denen mit
Hilfe des Lichts Speicherstoffe wie Zucker und Stärke entstehen. Ihre Errungenschaft beschreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Nature Biotechnology.
Die Verwendung von Pflanzen zur Herstellung von Pharmazeutika gilt als sehr kostengünstig, verglichen mit den sonst verwendeten genetisch veränderten Bakterien. Da sich Chloroplasten nicht mit dem Pollen in die Nachkommengeneration übertragen, besteht zudem keine Gefahr, dass Fremdgene unkontrolliert in die Natur gelangen. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Gentechniken.
Dem Forscherteam war dies jedoch gar nicht so wichtig: Sie wollten nur die Somatotropin-Produktion maximieren. Diese ist bei Verwendung von Chloroplasten 300 mal höher als mit genetisch veränderten Zellkernen.
[Quelle: Frieder Graef, BBC und Nature Biotechnology Vol. 18, No 3, 333-338]
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Letzte Änderung: 2004-11-30 00:00:00