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Hornhaut aus dem Reagenzglas

bild der wissenschaft on-line vom 18.07.2000

Mit im Labor gezüchteter Hornhaut gelang es Forschern, das Sehvermögen bei Patienten zu verbessern, deren Sehkraft sich durch eine konventionelle Transplantation nicht mehr steigern läßt. Das taiwanesische Team um Tsai von der University of Taoyuan und die amerikanische Arbeitsgruppe um Schwab und Isseroff von der University of California Davis School of Medicine and Medical Center veröffentlichten zeitgleich ihre Erfolge.

Die Forscher entnahmen dem zweiten, gesunden Auge des Patienten (oder dem Auge eines Spenders) Hornhaut-Stammzellen. Die Hornhaut ist die äußerste, durchsichtige Schicht des Auges, die Iris und Pupille bedeckt. Stammzellen sind "Mutterzellen", die kontinuierlich neue Hornhautzellen hervorbringen, um abgestorbene Zellen zu ersetzten oder Verletzungen zu heilen. Bei der neuen Technik bilden die gesunden Stammzellen auf Fruchtwasserhaut (der Embryonalhülle höherer Wirbeltiere) ein elastisches mehrschichtiges Gewebe - die künstliche Hornhaut.

Mit dieser Methode soll Patienten geholfen werden, die schwere Verletzungen oder Infektionen erlitten haben und bei denen eine konventionelle Transplantation mit einer gespendeten Hornhaut versagen. "Wir haben das Wissen, das wir durch künstliche Haut für Brandwunden und durch Knorpel für Knieverletzungen erworben haben, auf das Auge übertragen", berichtet Isseroff vom UC Medical Center: "In Zukunft wollen wir es auch auf die Lunge, das Verdauungssystem, die Blase und andere Gewebe anwenden."

[Quelle: Bettina Bandel und New England Journal of Medicine]

© 1996-2000 bild der wissenschaft

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