Bern (sda) Forscher der EAWAG und der ETH Zürich haben Zuchtbedingungen entdeckt, unter denen die Produktion von Plastik durch Bakterien gesteuert werden kann. Damit kann Bioplastik insbesondere für die Medizin in grossen Mengen hergestellt werden.
Die Forscher der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG) und des Instituts für Biotechnologie der ETH Zürich arbeiten im Rahmen des Schwerpunktprogramms Biotechnologie des Schweizerischen Nationalfonds. Mit ihrer Methode kann die Produktion von Bioplastik erhöht werden.
Viele Bakterien lagern Kohlenstoff in Form von biologisch abbaubaren Polyhydroxyalkanoaten (PHA), plastikähnlichen Verbindungen. Bisher genügte die produzierte Menge aber nicht für eine Nutzung in grösserem Rahmen, wie der Nationalfonds am Dienstag mitteilte.
Plastik bereits im Verkauf
Den Forschern ist es gelungen, mit dem gezielten Entzug der beiden Nährstoffe Stickstoff und Kohlenstoff bei sonst optimalen Zuchtbedingungen die Bakterien dazu zu bringen, die grösstmögliche Menge Bioplastik zu produzieren.
Ausserdem könne bei mehrfacher Nährstofflimitierung die Art der produzierten PHA gesteuert werden, heisst es in der Mitteilung. Damit könnte auch die Herstellung anderer Substanzen mit Hilfe von Mikroorganismen gesteuert werden, etwa von Antibiotika. Die Forscher arbeiten bereits mit einem Chemieunternehmen zusammen; zwei standardisierte Bioplastikarten sind bereits im Verkauf.
Bioplastik wird insbesondere in der Medizin verwendet. PHA können in grosser Reinheit hergestellt werden, was ihre Abbaubarkeit und Verträglichkeit im menschlichen Körper verbessere, so der Nationalfonds. Bioplastik könne etwa als künstliche Gefässe, Faden, Knochenprothese oder sich langsam auflösendes Medikamentedepot zum Einsatz kommen.
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Letzte Änderung: 2004-11-30 00:00:00