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Bellinzona: Biomedizinisches Forschungsinstitut nimmt Betrieb auf

Anschluss an boomende Biotech-Branche halten

Bellinzona (sda) Am Mittwoch hat das neue biomedizinische Forschungsinstitut (IRB) in Bellinzona seinen Sitz bezogen. Dank dem aus privater Initiative entstandenen Institut soll das Tessin den Anschluss an eine Technologie mit grossem Potential halten.

"Die Zukunft des Tessins kann doch nicht nur in Casinos liegen", ereifert sich Giorgio Noseda, Präsident des Stiftungsrates des Istituto di Ricerca in Biomedicina (IRB). Forschung im boomenden Gebiet der Biotechnologie soll Industrie anziehen und hochkarätige Arbeitsplätze schaffen helfen, an denen es im Südkanton mangelt.

Die Entwicklung in diese Richtung wird vom IRB in Bellinzona lanciert, das langsam seinen Betrieb aufzunehmen beginnt und mit dem "intellektuellen Kapital" von 40 Spezialisten ausgestattet ist. Diese werden Grundlagenforschung betreiben und sich vor allem mit Humanimmunologie beschäftigen. Doch das IRB steht nicht alleine da.

Ballung an Fachwissen

Auch das renommierte bakteriologische Institut des Kantons wird nach Bellinzona umziehen: Aushubarbeiten für einen Neubau laufen bereits. Internationale Anerkennung geniessen Tessiner Spezialisten zudem in der Pathologie und in der Krebsforschung - eine Ballung an Fachwissen, die für die Biotech-Branche von Interesse sein dürfte.

Vorerst sollen die Forschergruppen von Instituten und Spitälern in Bellinzona zu einem Wissenschaftspol mit 200 Fachleuten zusammenwachsen. "Damit hätten wir die kritische Masse erreicht, um eine Universitätsfakultät im Gebiet Biologie zu gründen", träumt Noseda, der selber Chefarzt am Spital in Mendrisio ist und bleibt.

Zwar hat das Tessiner Erziehungsdepartement entsprechende Pläne zurückgestellt. Noseda gibt deswegen die Hoffnung aber noch lange nicht auf: Immerhin hat er es mit einer Handvoll Biologen und Medizinern geschafft, fast 25 Mio. Franken aufzubringen, mit denen die Kosten für die ersten fünf Jahre des IRB gedeckt sind.

Ableger zu erwarten

Geld fliesst zunächst vom Bund, Kanton, der Gemeinde und Stiftungen. Weitere Mittel sollen künftig über den Verkauf von Patenten und durch Beiträge an Forschungsprojekten hereingeholt werden.

Es ist zu erwarten, dass einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts bald eigene Firmen gründen, denn das ist gerade in der Biotech-Branche gang und gäbe. Solche Ableger des weder an eine Universität noch an die Industrie gebundenenen IRB könnten dem Tessin zu willkommenen Arbeitsplätzen verhelfen.

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