Gijon (sda/afp) Eine Bioethik-Konferenz im spanischen Gijon hat sich dafür ausgesprochen, die erste Karte des menschlichen Erbgutes zum "Erbe der Menschheit" zu erklären.
Damit solle sichergestellt werden, dass Patente auf Gene und Gensequenzen ausgestellt werden können, heisst es in der am Samstag von 450 Wissenschafter aus 37 Ländern verabschiedeten Abschlusserklärung. Die 15 Punkte umfassende Erklärung soll der Europäischen Union, dem Europarat, der UNO-Kulturorganisation UNESCO und allen Regierungen zugeleitet werden.
Die Karte des menschlichen Genoms, das sich aus 30 000 bis 150 000 Genen zusammensetzt, soll am Montag vorgestellt werden. Die US-Firma Celera Genomics und die nicht-kommerzielle Forschungsgruppe Human Genome Project (HGP) hatten sie in einem monatelangen Wettlauf entschlüsselt.
Die Teilnehmer sprachen sich zum Abschluss des fünftägigen Kongresses für ein Verbot des Klonens von Menschen aus. Die Biotechnologie müsse in den Dienst des Wohlergehens der Menschheit, der Entwicklung der Länder und dem Schutz der Natur gestellt werden. Bei Forschungen in diesem Bereich müsse das Prinzip der Vorsicht gelten.
Genmanipulierte Pflanzen lehnten die Wissenschafter nicht grundsätzlich ab. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass keine Gefahr für die Menschheit davon ausgehe. Keine Einigung erzielten die Wissenschafter beim Thema Sterbehilfe. Die zweite Bioethik-Konferenz in Gijon soll 2002 stattfinden.
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Letzte Änderung: 2004-11-30 00:00:00