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Schottische Klonforscher präsentieren gezielt genverändertes Schaf

London (sda/dpa) Im Stall der Klonschafe "Dolly" und "Polly" gibt es Klonnachwuchs, der erstmals gezielt gentechnisch verändert wurde: Von 14 lebend geborenen, aus erwachsenen Körperzellen geklonten Lämmern erreichten drei gesund ihren ersten Geburtstag.

Dies berichtet das schottische Forschungsinstitut PPL Therapeutics (Edinburgh) im britischen Fachjournal "Nature" (Bd.405, Nr.6790, S.1066) vom Donnerstag. Vor dem Klonen nach der Dolly-Methode setzten Alexander J. Kind und seine Kollegen gezielt ein fremdes Gen in das Erbgut fötaler Bindegewebszellen ein, die sie in einer Zellkultur hielten.

Dabei nistete sich das fremde Gen nicht zufällig irgendwo im Erbmaterial des Schafes ein, sondern es wurde gezielt an einer vorbestimmten Stelle der DNA eingefügt. "Wir haben gezeigt, dass gezielte Genveränderungen (Gene targeting) in Körperzellen effektiv ausgeführt werden können und dass durch Kerntransfer lebensfähige Tiere geschaffen werden können", schreiben die Forscher.

Sie übertrugen das veränderte Erbgut der Bindegewebszelle in eine entkernte unbefruchtete Eizelle eines anderen Schafes und liessen den Fötus von einem weiteren Schaf austragen.

Neue Möglichkeiten

Die Kombination aus Gen- und Klontechnik eröffnet den Forschern zufolge neue Möglichkeiten: etwa in der Transplantationsmedizin und bei der Produktion von Arzneimitteln für den Menschen mit der Milch von Schafen.

Eins der grössten Probleme bei der Übertragung von Tierorganen auf Menschen (Xenotransplantation) ist die Abstossung des Tiergewebes vom Immunsystem. Die hierfür verantwortlichen Antigene könnten gentechnisch mit der neuen Methode entfernt werden, meinen die Schotten.

Eine andere Hürde haben sie bereits genommen: Sie gaben im März die Geburt der ersten geklonten Ferkel nach dem Dolly-Verfahren bekannt. Damit werde die Möglichkeit zur Züchtung genetisch veränderter Schweine für die Xenotransplantation eröffnet, hatte PPL-Direktor Ron James erklärt.

Schweine gelten als beste Kandidaten für die Züchtung von "Ersatzorganen" für den Menschen.

Pionier Polly

Ein Pionier bei der Produktion von Medikamenten war Klonschaf "Polly": Es hatte ein menschliches Gen für einen Blutgerinnungsfaktor erhalten, den es mit der Milch abgeben und der als Arznei für Bluter dienen sollte.

Das Gen wurde allerdings nach dem ungezielten Zufallsverfahren eingefügt. Dass das gezielte Verfahren effektiver ist, zeigten erste Analysen der Milch eines neuen Schafes.

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