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Grossbritannien: Bericht empfiehlt Klonen menschlicher Embryonen

Gewebzüchtung aus Embryozellen und anderen Zellen

Hintergrund

Hamburg (sda/dpa) Wissenschafter möchten aus Embryonen Ersatz für zerschlissenes Gewebe schaffen. Sie experimentieren dabei mit embryonalen Stammzellen oder auch mit schon leicht differenzierten Zellen.

Dies soll Alzheimer- und Parkinson-Patienten helfen, ebenso aber auch Diabetikern oder Menschen mit verkümmerten Leberzellen. Andere Forscher versuchen, aus Zellen von Erwachsenen neues Gewebe zu gewinnen. Geforscht wird unter anderem an folgenden Verfahren:

THERAPEUTISCHES KLONEN MIT EMBRYONALEN STAMMZELLEN: Wissenschafter wollen dabei neues Gewebe mit dem Erbgut eines Patienten züchten. Es dürfte von seinem Immunsystem nicht abgestossen werden. Mit dem ansatzweise im Tierversuch gelungenen Verfahren soll Erbmaterial aus gesunden Zellen eines Patienten in eine zuvor entkernte Eizelle gespritzt werden.

Diese teilt sich mehrfach und reift im Labor zu einem frühen Embryo-Stadium (Blastozyste) heran. Zu dieser Zeit sind die so genannten embryonalen Stammzellen nicht ausdifferenziert, sondern können sich noch in viele Gewebe des Körpers entwickeln.

Die Grundlagen des Verfahrens hatten die "Väter" des Klonschafs Dolly entwickelt. Forscher suchen nun jedoch "Schalter" in diesen Zellen, damit sie nur zu bestimmen Geweben, etwa Nerven- oder Insulin-produzierenden Zellen heranwachsen.

THERAPIE MIT EMBRYONEN: Mediziner setzen in einzelnen klinischen Versuchen schon seit Jahren Embryozellen in das Gehirn von Parkinsonkranken ein. Diese sollen die zurückgebildeten Dopamin- produzierenden Zellen ersetzen.

Seit kurzem versuchen andere Mediziner zudem, Stammzellen direkt aus Embryonen zu gewinnen und aus ihnen Gewebe und Organe zu züchten. Ende 1998 war es US-Forschern erstmals gelungen, aus einem Embryo undifferenzierte Stammzellen zu gewinnen und im Labor in diesem Stadium zu vermehren. Sie teilten sich unentwegt weiter und sollen später einmal die unterschiedlichsten Gewebe produzieren.

STAMMZELLEN AUS DEM ERWACHSENEN KÖRPER: Bislang haben Forscher Stammzellen aus verschiedenen Geweben von ausgewachsenen Tieren umprogrammiert und zu anderen Zellen werden lassen. Viele Forscher denken, damit das Embryonalstadium umgehen zu können. So gelang es aus Stammzellen von Mäusegehirnen unter anderem Herz- und Lebergewebe zu züchten. Aus Knochenmark haben US-Forscher ebenfalls Leber-, aber auch Nervenzellen gebildet.

FORSCHUNG MIT EMBRYONEN UND FÖTEN: Gesetze zum Schutze von Embryonen verbieten in den meisten europäischen Ländern jegliche fremdnützige Forschung an und mit Embryonen (vor Abschluss der Organanlagen). Es dürfen jedoch pluripotente Stammzellen aus abgetriebenen oder abgegangenen toten Föten (nach Abschluss der Organanlagen) für die Wissenschaft verwendet werden.

Pluripotente Zellen können sich in der Regel nur noch zu einigen Geweben und nicht mehr zu einem ganzen Menschen entwickeln. In der Schweiz und in Deutschland ist die Arbeit mit menschlichen Embryonen verboten, in den USA im gewissen Umfang erlaubt.

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