Mehrheit der Schweizer: Gentechnik wird Leben verbessern
Zürich (sda) 59 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind der Meinung, dass die Gentechnik ihr Leben verbessern wird. Obwohl die Akzeptanz der Gentechnik angestiegen ist, überwiegen die Gegner mit 40 Prozent die Befürworter mit 30 Prozent immer noch klar.
Die Bevölkerung in der Schweiz hat eine differenzierte Haltung gegenüber der Gentechnik, wie die am Dienstag in Zürich veröffentlichte Eurobarometer-Studie 2000 zeigt. Für die Schweizer Teilstudie wurde in diesem Sommer eine Umfrage bei 1010 Personen in der deutschen, welschen und italienischen Schweiz durchgeführt.
Gen Food, Gen Mais und Klonen von Tieren umstritten
Medizinische Anwendungen wie Gentests und gentechnisch hergestellte Medikamente werden von der Schweizer Bevölkerung im Grundsatz als nützlich, wenig riskant und moralisch vertretbar beurteilt. Dagegen ist die Beurteilung von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen (Gen Mais), gentechnisch hergestellten Lebensmitteln (Gen Food) oder des Klonens von Tieren negativ.
Besonders negative Haltungen bestehen gegenüber dem Einsatz der Gentechnik bei der Herstellung von Lebensmitteln. Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass Gen Food einfach überflüssig ist. Für zwei Drittel ist es gegen die Natur. Und jeder zweiten befragten Person macht der Gedanke daran Angst.
Sowohl in der Schweiz als auch in der EU wird dem Gen Food von allen Anwendunge das grösste Risiko zugeschrieben. Im Vergleich zu den EU-Ländern werden gentechnisch hergestellte Lebensmittel und veränderte Kulturpflanzen generell negativer beurteilt. Der Eurobarometer zeigt aber auch Veränderungen in der Schweiz seit der Abstimmung über die Gen-Schutz-Initiative vom 7. Juni 1998.
Zukunftserwartungen gestiegen
In der Schweiz sind die Zukunftserwartungen an die Gentechnik gestiegen. Während 1997 erst 37 Prozent der Meinung waren, dass die Gentechnik ihr Leben in den nächsten 20 Jahren verbessern wird, sind es heute 59 Prozent. Die Zukunftserwartungen haben sich vor allem in der Deutschschweiz und im Tessin ins Positive gewendet, in der Romandie waren sie bereits 1997 überwiegend positiv.
In den letzten drei Jahren ist die persönliche Akzeptanz der Gentechnik um etwa zehn Prozent gestiegen. In allen drei Sprachregionen gibt es heute mit etwa 30 Prozent gleich viele Befürworter, jedoch ist die Ablehnung in der Deutschschweiz und im Tessin mit über 40 Prozent deutlich ausgeprägter als in der Romandie mit 33 Prozent.
Die Schweizer Teilstudie des neuen "Eurobarometer Survey 2000" ist am Institut für Pubilizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich konzipiert und ausgewertet worden. Sie ist Teil des EU-Forschungsprojekts "Life Sciences in European Society".
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Letzte Änderung: 2004-11-30 00:00:00