Forschungsbudget soll um 6,5 Prozent steigen
Bern (sda) Bundesrätin Ruth Dreifuss spricht sich für die Forschung mit überzähligen Embryonen aus. Eine Importlösung wäre gemäss der Innenministerin heuchlerisch. Von 2004-2007 will Dreifuss 6,5 Prozent mehr für die Forschung ausgeben.
Dreifuss spricht sich in einem am Freitag in der "Basler Zeitung" erschienenen Interview klar gegen die Produktion von Empryonen zur Forschungszwecken aus. Die Forschung mit bei der Reproduktionstechnologie entstanden überzähligen Embryonen befürwortet Dreifuss jedoch.
Eine Importlösung sei heuchlerisch, sagt Dreifuss: "Damit lässt sich forschen, die bestehenden Gesetze will man aber nicht hinterfragen, sondern benutzt bewusst die bestehende Gesetzeslücke."
Gesellschaft muss Einverständnis geben
Dreifuss spricht sich für einen behutsamen Umgang mit den neuen Technologien wie Gentechnologie und Stammzellenforschung aus. Sie wolle den "Menschen Gewissheit geben, dass wir keinen Schritt machen werden, ohne dass die Gesellschaft über die Folgen informiert ist und ihr Einverständnis dazu gibt".
In Bezug auf das therapeutische Klonen will sich Dreifuss noch nicht festlegen. Zuerst müsse geklärt werden, ob es "ohne Missbrauch in Richtung reproduktives Klonen und Zuchtwahl von Menschen zu haben ist. Wenn wir keine befriedigende Antwort finden, müsen wir es bleiben lassen."
Für die Forschung an Schweizer Hochschulen will Dreifuss mehr Mittel zur Verfügung stellen. Sie und Wirtschaftsminister Pascal Couchepin seien überzeugt, "dass wir mit 6,5 Prozent Wachstum 2004-2007 das nachholen können, was wir in den 90-er Jahren wegen diverser Sparübungen nicht realisieren konnten".
Zu kurz gekommen sei insbesondere die Grundlagenforschung, hält Dreifuss fest. Die Zukunft brauche Forscher, nicht "nur noch (Er-)Finder". Sonst "verpassen wird die Zukunft bestimmt".
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Letzte Änderung: 2004-11-30 00:00:00