"Ein Geschäft mit der Angst"
Bern (sda) Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften hat einen 250 Franken teuren Gen-Test für den "DNA-Bauplan in Bezug auf das BSE-Risiko" kritisiert. Der von Zürcher Privatlaboratorien angebotene Test mache Geld mit der Angst der Leute.
In öffentlich aufgelegten Prospekten hatten Zürcher Privatlaboratorien für einen Gen-Test geworben, mit dem eine individuelle "Neigung" zur varianten Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) festgestellt werden soll.
vCJD wird mit grösster Wahrscheinlichkeit durch Rinderwahnsinn verursacht. Die an vCJD erkrankten Menschen hatten alle ein bestimmtes genetisches Muster, das aber 40 Prozent der Bevölkerung aufweisen. Bislang sind mehr als 100 Menschen an vCJD gestorben; in der Schweiz ist bislang noch kein Fall bekannt geworden.
Test kostet 250 Franken
Der von den Laboratorien angebotene 250 Franken teure Test sei nutzlos, schreibt die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften am Donnerstag in einem Communiqué. Auch wenn keine Neigung zu vCJD nachgewiesen werde, könne eine spätere Erkrankung nicht völlig ausgeschlossen werden.
Ein positiver Befund verursache hingegen nur unnötig Angst - dies umso mehr, als die Ansteckungsgefahr nach bisherigen Erkenntnissen sehr klein sei. Zudem gebe es bislang keine Behandlungsmöglichkeit für Menschen, die an vCJD erkrankt seien. Einen genetischen Test ohne gleichzeitige Beratung durchzuführen, sei deshalb unseriös.
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Letzte Änderung: 2004-11-30 00:00:00