München (sda/dpa) Beim Europäischen Patentamt (EPA) in München haben am Montag Verhandlungen über das umstrittene Patent auf die Züchtung von tierischen und menschlichen Embryonen begonnen. Bei der voraussichtlich mehrere Tage dauernden Erörterung werden die Argumente von 14 Einspruchsparteien geprüft.
Neben der Umweltorganisation Greenpeace haben auch die Regierungen von Deutschland, Italien und den Niederlanden Einsprüche erhoben. Die Kritiker machen vor allem ethische Bedenken geltend und fordern einen Widerruf des Patents.
Das umstrittene Patent mit der Nummer EP 695 351 war am 8. Dezember 1999 an die Universität Edinburgh in Grossbritannien erteilt worden. Dabei geht es um ein Verfahren zur Gewinnung von Stammzellen, das in der Patentschrift am Beispiel von Mäusen dargestellt wurde.
Das Verfahren bezieht sich aber auf alle Tiere und auch auf Menschen. Es umfasst auch die gentechnische Veränderung dieser Stammzellen und die Züchtung gentechnisch veränderter Tiere beziehungsweise Menschen aus diesen Zellen. Nutzniesser des Patents ist laut Greenpeace die australische Firma Stem Cell Sciences (SCS), die einen Exklusiv- Vertrag mit der Universität von Edinburgh habe.
Nach EPA-Angaben geht es unter anderem um ein Verfahren, mit dem in einer Zellkultur embryonale oder andere Stammzellen mit einem gentechnischen Eingriff von weiter entwickelten Zellen getrennt werden können. Die Forschung stehe nämlich vor dem Problem, dass Stammzellen langsamer als andere Zellen wachsen und deshalb von diesen mehr und mehr überwuchert werden.
Die im Edinburgh-Patent beschriebene Methode ermögliche die Gewinnung reiner Stammzellenkulturen. Dies könnte für die Herstellung menschlicher Ersatzorgane im Labor von Bedeutung sein.
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Letzte Änderung: 2004-09-17 11:12:32