Liberale Partei zur Stammzellenforschung
Bern (sda) Die Liberale Partei stellt sich klar hinter den Entwurf des Embryonenforschungsgesetzes, fordert aber gewisse Änderungen. Unklar bleibt, wieviele überzählige Embryonen in der Schweiz überhaupt für die Forschung zur Verfügung stehen werden.
"Sei vorsichtig, aber bleib nicht stehen." Im Sinn dieser Worte stellte sich die Liberale Partei der Schweiz (LPS) am Freitag in Bern hinter die Gesetzesvorlage über die Forschung an überzähligen Embryonen und embryonalen Stammzellen.
"Klare, aber möglichst liberale Richtlinien zur Stammzellenforschung sind gefragt", sagte Nationalrätin Christine Wirz-von Planta (LPS/BS). Sie betonte die Wichtigkeit der Vorlage für den Forschungsplatz Schweiz.
Gleichzeitig forderten die verschiedenen Rednerinnen und Redner Änderungen. So verlangte Gastredner Nationalrat Felix Gutzwiller (FDP/ZH), dass die Ethikkommission nur eine rein konsultative Rolle erhalten und ihre Empfehlungen nicht politisch bindend sein sollen.
Fortpflanzungsmedizingesetz im Weg
Mehr Sorgen bereitet ihm jedoch das bereits bestehende Fortpflanzungsmedizingesetz. Demnach müssen nämlich die geschätzten 1000 überzähligen Embryonen, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes in der Schweiz entstanden waren, bis Ende 2003 vernichtet werden.
Somit stellt sich die Frage, wieviele Schweizer Embryonen der Forschung in Zukunft zur Verfügung stehen werden. Überzählige gibt es nur, falls die Frau vor der Implantation krank wird oder stirbt. Gutzwiller rechnet mit höchstens 100 solchen Fällen pro Jahr.
Laut Chefarzt Wolfgang Holzgreve gab es in den letzten fünf Jahren keinen einzigen solchen Fall in seiner Klinik, der Frauenklinik des Kantonsspitals Basel. Wie gross der Bedarf an Embryonen für die Forschung in der Schweiz sein wird, konnte niemand der Vortragenden beziffern.
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Letzte Änderung: 2004-11-30 00:00:00