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Transplantationen bei schweren Verbrennungen: Lausanner Forscher züchten Haut

Lausanne (sda) Die Überlebenschancen von Opfern schwerer Verbrennungen sind in den letzten zehn Jahren stark gestiegen - dank neuer Transplantationsmethoden. Lausanner Forscher züchten die Haut der Verbrannten im Labor.

Die Forschungsarbeiten werden von der Dermatologieabteilung des Universitätsspitals CHUV geführt. Das Team unter Leitung von Renato Panizzon und Messod Benathan hat dafür kürzlich einen mit 30 000 Franken dotierten Preis der Stiftung Jérôme Tissières erhalten, wie die Universität Lausanen am Mittwoch mitteilte.

Zu den gestiegenen Überlebenschancen beigetragen haben auch Fortschritte in der Reanimation und der Infektionsbehandlung. Heute können Patienten, deren Körperoberfläche zu 90 Prozent Verbrennungen dritten Grades erlitten haben, mit guten Erfolgschancen behandelt werden.

Schweizer Pioniere

Seit mehr als 15 Jahren ist das CHUV Schweizer Pionier in Sachen Labortechnik, was die Herstellung von Hauttransplantaten und die Behandlung von Verbrennungen betrifft. In der Schweiz finden sich nebst Lausanne nur in Zürich zwei Zentren für schwere Verbrennungen - eines für Erwachsene, das andere für Kinder.

Die Hauttransplantate werden für alle drei Zentren vom Lausanner Labor hergestellt. Jährlich werden in der Schweiz zwischen fünf und zehn Patienten mit der im Labor gezüchteten Haut behandelt. Die Kulturen können bereits mit einem 2 cm2 grossen Hautstück angesetzt werden, das dem Körper des Patienten entnommen wird.

Eigenhaut besser verträglich

Die isolierten Zellen dieser Gewebeprobe werden auf Nährböden gehalten, was ein exponentielles Wachstum der Zellen ermöglicht. Die erste Verpflanzung der so gezüchteten Haut kann nach rund zwei Wochen erfolgen. Weitere Transplantate erfolgen im Abstand von acht bis zehn Tagen.

Ein zu 90 Prozent seiner Hautfläche Verbrannter erhält damit innert dreier Monate neue Haut verpflanzt. Sie ersetzt dann temporäre Ersatzprodukte, die auf die verbrannten Stellen gelegt werden, um das Infektionsrisiko und den Flüssigkeitsverlust zu mindern.

Die im Labor gezüchtete Eigenhaut hat den Vorteil, vom Organismus nicht abgestossen zu werden. Die Forscher arbeiten zur Zeit an noch komplexeren Hauttransplantanten, etwa solche, die aus zwei Hautschichten bestehen. Zudem erforschen sie, wie das Wachstum der Kulturen beschleunigt werden könnte.

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