Zürich (sda) "Er hat ihn total verdient." Forscherkollegen, ETH-Exponenten und das offizielle Bern freuten sich am Mittwoch über die Verleihung des Chemie-Nobelpreises an den Schweizer ETH-Professor Kurt Wüthrich.
"Ich bin begeistert", sagte der sichtlich stolze ETH-Präsident Olaf Kübler. In der Wissenschaft gebe es keine Wunder: "Erfolge in dieser Dimension sind nur durch beharrliche Arbeit möglich." Kübler betonte, dass "wissenschaftliche Kinder Wüthrichs" in aller Welt forschen. Er habe viele Talente aufgespürt und gefördert.
Auch Ruth Dreifuss, Vorsteherin des Departements des Inneren (EDI), gratulierte Wüthrich zu seinem Erfolg. "Nach schwierigen Jahren in der Forschung, will ich mich jetzt dafür einsetzen, dass wieder mehr Geld in die Forschung fliesst", sagte die scheidende Bundesrätin gegenüber Radio DRS.
Forscherinnen und Forscher werden dies gerne hören. Wüthrichs Nobelpreis sei sehr wichtig für den Denkplatz Schweiz und dessen zukünftige Ausrichtung in der Hochschulpolitik, hielt Francis Waldvogel, Präsident des ETH-Rats, fest.
Wüthrich hat den Nobelpreis "total verdient", sagte Waldvogel. Mit Hartnäckigkeit und Fantasie habe er neue Wege beschritten und einen Quantensprung in der Biologie ermöglicht. Das Beispiel von Wüthrich zeige, dass die Schweiz eine Pionierrolle spielen kann. Dazu seien aber weitere finanzielle Mittel nötig.
Nach Ansicht von Gérard Escher, Leiter der Nationalen Wissenschaftspolitik, ist der Nobelpreis ein Beweis, dass die Schweiz noch im Rennen ist bei den zukunftsträchtigen Technologien. Die führende Rolle in einem nationalen Forschungsschwerpunkt zeige, dass das Geld gut investiert wird. Wüthrich habe den Nobelpreis sehr verdient.
Der Nobelpreis für Wüthrich sei "überfällig" gewesen, sagte Wolfgang Baumeister vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried D gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Kurt Wüthrich sei jemand, der seine Visionen unglaublich zäh und zielgerichtet verfolge, hielt ETH-Präsident Kübler fest. Wüthrich scheue keine Kontroverse und vertrete seine Meinung stets mit grosser Überzeugung, sagte Dirk Heinz von der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig den Zürcher Forscher. "Er ist definitiv ein kleiner Wüterich."
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Letzte Änderung: 2004-09-17 09:35:58