Biotech Center Zürich eingeweiht - Rund 300 neue Stellen
Schlieren ZH (sda) In der Schweizer Biotechnologie rücken universitäre Forschung und Privatfirmen näher zusammen. Am Dienstag wurde in Schlieren ZH das Biotech Center Zürich eingeweiht, welches ETH-Institute und mehrere Biotechnologie-Unternehmen beherbergt.
Das neue Zentrum wolle zur Umsetzung der Grundlagenforschung anregen, die von der Universität und der Eidg. Technischen Hochschule (ETH) Zürich betrieben werden, hiess es bei der Eröffnung. Zudem solle die Entwicklung von Produkten und die Vermarktung gefördert werden.
Damit verfolge das neue Zentrum einen anderen Ansatz als mehrere Schweizer Pharmakonzerne, welche Forschungszentren ins Ausland verlegten. Das Zentrum bietet den Unternehmen direkten Zugang zu den angrenzenden Labors der ETH.
Zudem pflegten die Firmen untereinander einen engen Kontakt, sagte der Besitzer des neuen Biotech Center Zürich, Leo Krummenacher, der Nachrichtenagentur sda. Damit sei das Zentrum eine Brücke zwischen reiner Wissenschaft und reinem Geschäft, sagte Bundesrat Pascal Couchepin in seiner Rede.
Rund 300 neue Stellen
Angesiedelt haben sich unter anderem Cytos Biotechnology, ESBATech, Prionics und The Genetics Company sowie mehrere kleinere Unternehmen. In den letzten drei Jahren seien dadurch rund 300 neue Arbeitsplätze entstanden, sagte Krummenacher weiter.
Die Einweihung des Biotech Center sei ein Lichtblick in der vorherrschenden schlechten Wirtschaftsstimmung, sagte Couchepin. Die Schweiz habe gegenwärtig über hundert Biotechfirmen, die zu den besten und innovativsten der Welt gehörten.
Das Potential der Biotechnologie sei immens und reiche von Impfstoffen über neue Medikamente bis zur Landwirtschaft. Die Frage sei einzig die Geschwindigkeit, mit der Hoffnungen und Erwartungen realisiert werden könnten. Der Wirtschaftszyklus werde zwar die Geschwindigkeit der zukünfigen Entwicklung beeinflussen, aber nicht die generelle Richtung, sagte Couchepin.
Grosser Baum
Das Zentrum werde weiter wachsen, sagte Krummenacher. Neue Kandidaten würden gerne einziehen. Die Zahl der Stellen dürfte sich in den nächsten zwei Jahren verdoppeln. Dies hänge aber auch von der Investitionsbereitschaft ab.
"Jetzt ist es eine kleine Pflanze. Wenn man etwas Wasser gibt, kann ein grosser Baum daraus werden", sagte Krummenacher: "Ich würde mich nicht wundern, wenn in den nächsten zehn Jahren hier 3000 Stellen entstanden wären."
Derzeit leidet die Branche unter dem Kurszerfall an den Aktienmärkten. Die Marktkapitalisierung der Unternehmen schmolz dahin, der Druck zu Fusionen wurde grösser. Und die Investoren zeigen sich zurückhaltend, weil sie die Geduld nicht aufbrächten, über zehn Jahre auf den Erfolg einer Firma zu warten.
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Letzte Änderung: 2004-09-17 09:35:58