Bern (sda) Die Grüne Partei unterstützt das Referendum gegen das Stammzellenforschungsgesetz des "Basler Appells gegen Gentechnologie". Dies habe der Vorstand der Grünen einstimmig beschlossen, teilte die Partei am Dienstag mit.
Es gehe nicht an, einer ethisch und rechtlich so umstrittenen Forschung im Eilzugstempo grünes Licht zu geben, begründen die Grünen ihren Entscheid. Im Fall der Embryonenforschung, wo es möglicherweise um Milliardengeschäfte gehe, habe es nicht schnell genug gehen können.
Dabei sei das Parlament auch vor Tricks nicht zurückgeschreckt. Um von der Problematik der Embryonenforschung abzulenken, habe es das Gesetz zum Stammzellenforschungsgesetz umgetauft. Damit werde kaschiert, dass Embryonen laut Verfassung nicht zweckentfremdet werden dürften, da sie Anteil hätten an der Menschenwürde, schreiben die Grünen.
Es sei ungeklärt, wem diese Forschung diene, wer davon profitiere und ob damit nicht Tür und Tor geöffnet würden für weitere Tabubrüche wie das therapeutische Klonen. Die Grünen seien nicht gewillt, sich dem "Diktat der Forschung und der Pharmaindustrie" zu beugen.
Unabhängig vom "Basler Apell gegen Gentechnologie" haben auch Lebensrechtsorganisationen das Referendum gegen das Stammzellenforschungsgesetz ergriffen. Federführend ist die Vereinigung "Ja zum Leben". Sie erhält Unterstützung von der EVP und der EDU.
Die Gegner des Stammzellenforschungsgesetzes haben bis zum 8. April Zeit, die 50 000 Unterschriften zu sammeln. Die eidgenössischen Räte hatten das Stammzellenforschungsgesetz im Dezember verabschiedet. Es erlaubt die Forschung an Stammzellen, die aus überzähligen Embryonen bei der In-vitro-Fertilisation gewonnen werden.
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Letzte Änderung: 2004-09-17 09:35:59