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Genom der Laborratte zu 90 Prozent entschlüsselt

London (sda/afp) Das Genom der "Rattus norvegicus" oder Laborratte ist zu 90 Prozent entschlüsselt. Nach Maus und Mensch wird damit die Ratte zum dritten Säugetier, dessen DNA von Wissenschaftern weitgehend gelesen werden kann.

Gemäss einem Bericht der britischen Zeitschrift "Nature" ermöglicht dies weitere wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung des Erbmaterials von Säugetieren. Das Genom der Ratte könne helfen, die Gene der Spezies Mensch besser zu verstehen.

"Die Ratte ist ein wichtiges Modell, um mehr Erkenntnisse über die Physiologie des Menschen und seiner Krankheiten zu erlangen", erklärt die Forscherin Kerstin Lindblad-Toh vom Whitehead-Institut in den USA.

Mit 2,75 Milliarden Basispaaren ist die DNA der Ratte zwar kleiner als die des Menschen (2,9 Milliarden) aber grösser als die der Maus (2,6 Milliarden). Die Anzahl der Gene stimmt aber bei diesen drei Säugetierarten mit 25 000 bis 30 000 ungefähr überein.

Ratten mit mehr Abwehr-Genen

"Etwa 90 Prozent der Gene der Ratten haben ihre Entsprechung im Menschen und in der Maus", sagt Lindblad-Toh. Und diejenigen menschlichen Gene, die bislang mit bestimmten Krankheiten in Verbindung gebracht wurden, finden sich auch im Genom von Rattus norvegicus.

Aber Vorsicht ist geboten: Die Ratte hat offenbar mehr Gene, die für Abwehr und Entgiftung zuständig sind. Bei Medikamenten-Tests könnten Ratten also ganz anders reagieren als Menschen.

Hund, Kuh und Opossum

Die vollständige Entschlüsselung des Genoms steht übrigens nicht auf dem Programm von Lindblad-Tohs Forschungsgruppe. "Das wäre zu teuer und zu aufwändig", erläutert die Forscherin.

"Wir stehen noch ganz am Anfang der vollständigen Genomanalyse bei Säugetieren und der komplexen Entwicklungsgeschichte im Laufe der Evolution." Jetzt sei es vorrangig, die Genome anderer Arten anzugehen: Schimpanse, Hund, Kuh und Opossum.

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