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Spermien tragen nicht nur Chromosomen zur Eizelle

London (sda/afp) Die männlichen Spermien tragen bei der Befruchtung nicht nur das auf den Chromosomen gespeicherte Erbgut zur Eizelle, sondern auch Teile der so genannten Boten-RNA. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "Nature".

Sowohl in den Spermien als auch in befruchteten Eizellen fand ein Team um den US-Forscher Stephen Krawetz sechs Boten-RNAs, die in unbefruchteten Eizellen nicht enthalten war.

Boten-RNA liest die genetischen Informationen von der DNA ab und transportiert sie zu den Ribosomen im Zellplasma (Proteinbiosynthese). Nach Einschätzung der US-Forscher ermöglichen die Erkenntnisse über die Boten-RNA ein neues Verständnis von männlicher Unfruchtbarkeit und könnten auch das Klonen erleichtern.

Abweichend von den bisherigen Annahmen müsse künftig davon ausgegangen werden, dass nicht nur die Boten-RNA aus den Eizellen, sondern auch die Boten-RNA der Spermien bei der Entwicklung einer befruchteten Eizelle zum Embryo eine Rolle spiele, heisst es in dem Beitrag.

Möglicherweise liege hierin der Schlüssel für bisher angetroffene Schwierigkeiten beim Klonen. Die Klon-Versuche mit Übertragung von DNA ohne Nutzung von Spermien hätten nur "begrenzte" Erfolge gezeigt.

Die mit den Spermien transportierte Boten-RNA sei vermutlich bei der Ausdifferenzierung der embryonalen Zellen in den ersten Entwicklungsstadien wichtig, erklärte Krawetz. So spielten die Männer vermutlich eine "grössere Rolle" bei der Entwicklung des Embryos als bislang angenommen.

"Wir zeigen, dass die Männer nicht überflüssig sind", schloss Kravetz. Im April war die Geburt einer Maus bekannt gegeben worden, die ausschliesslich mit weiblichem Erbgut gezeugt worden war.

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