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Max-Planck-Gesellschaft warnt vor Dämonisierung von Gentechnik

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) erwartet als Folge des geplanten Gentechnik-Gesetzes die Abwanderung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Das Gesetz sei ein Gentechnikverhinderungsgesetz, äußerte der MPG-Präsident Peter Gruss.

Dabei bezog er sich auf die Haftungsregelung für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen im Gesetzentwurf der Bundesregierung. Unabhängig vom Verschulden sollen alle im Umkreis angesiedelten Gentechnik-Nutzer haften, wenn herkömmlich bewirtschaftete Felder in der Nachbarschaft verunreinigt werden.

Es gebe keine gute und keine schlechte Gentechnik, es gebe nur gute und schlechte Produkte, argumentiert der Biologe Gruss. Die Technologie dürfte nicht dämonisiert werden. Schon jetzt würden in jedem Einzelfall die Produkte von einer zentralen Stelle geprüft und zugelassen oder verboten - das gewähre die nötige Sicherheit.

Sinnvoll sei etwa der Anbau von Gen-Mais, der in den USA und Asien von Millionen von Menschen verzehrt werde. Solche Produkte kämen vor allem den Entwicklungsländern zugute. Das Verhalten gegenüber Gentechnik in Deutschland sei von einer irrationalen Furcht geprägt, die auf mangelnder Information und Risikoscheu beruhe.

Der CDU/CSU-dominierte Bundesrat hatte das Gesetz am 9. Juli vorerst gestoppt. Da es aber nicht zustimmungspflichtig ist, kann es der Bundestag mit der Mehrheit seiner Mitglieder dennoch durchsetzen. Ziel des rot-grünen Gesetzes ist es, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wie Raps und Mais zu ermöglichen, allerdings unter strengen Auflagen.

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