sda040907

Forschungsstandort Schweiz: Chemie und Pharma fordern Stärkung der wissenschaftlichen Elite

Bern (sda) Sekundiert von Wissenschaft und Industrie hat der Branchenverband Chemie Pharma Schweiz (SGCI) am Dienstag ein Positionspapier zu Bildung und Forschung in der Schweiz vorgelegt. Er fordert eine konsequente Ausrichtung auf Spitzenleistungen.

Dies soll bereits auf der untersten Stufe durch frühere Einschulung und gezielte Förderung begabter Kinder geschehen. An Maturitätsschulen sei nur zuzulassen, wer "die Anforderungen einer anschliessenden wissenschaftlichen Ausbildung voraussichtlich erfüllt", heisst es in dem Papier.

Höhere Studiengebühren Akademischer Nachwuchs soll mit einem besseren Stipendien- und Darlehenssystem gefördert werden. Parallel dazu fordert der Verband aber eine markante Erhöhung der Studiengebühren. "Was nichts kostet, ist nichts wert", sagte SGCI-Präsident Rudolf Wehrli am Dienstag vor den Medien in Bern.

Das Positionspapier regt weiter den Umbau der Hochschulfinanzierung an: Die Mittel von Bund und Kantonen seien in einen gemeinsamen Fonds einzubringen. Daraus sollen aber nur jene Bildungsinstitutionen finanziert werden, die sich durch international herausragende Leistungen auszeichnen.

Wehrli forderte, dass dabei Naturwissenschaften bevorzugt werden: "Dort 50 Prozent weniger, hier 30 Prozent mehr", formulierte er die ungefähre Zielvorstellung der SGCI. Im Gegenzug zur leistungsbezogenen Finanzierung wäre den Hochschulen Autonomie zu gewähren - sowohl bei der Auswahl von Projekten wie auch der Studierenden und Dozenten.

Zur Förderung der Innovationskraft von Unternehmen fordert SGCI zudem eine Stärkung des Patentschutzes und die Vereinfachung der Verfahren. Patentierung müsse insbesondere für neue Forschungsbereiche wie Biotechnologie möglich sein.

Beifall von Wissenschaft und Industrie

Wissenschaftlich-technische Innovation sei nicht nur für die Industrie, sondern für die gesamte schweizerische Volkswirtschaft vital. "Wenn wir im internationalen Wettbewerb mithalten wollen, müssen wir uns mit den Besten messen", betonte Wehrli.

Sukkurs erhielt er dabei von Bernd Schips, Leiter der Konjunkturforschunsstelle der ETH Zürich: Das künftige gesamtwirtschaftliche Wachstum sei von der Leistungsfähigkeit der Bildungs- und Forschungsinstitutionen bestimmt. "Die Politik sollte sich daher um deren Ausbau und Stärkung bemühen", sagte Schips.

Auch ETH-Rats-Präsident Alexander Zehnder stellte sich hinter das Positionspapier, das er selbst "da und dort sogar noch pointierter formuliert" hätte. Gottfried Schatz, ehemaliger Präsident des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats, sprach gar von einer "Vision".

Die anwesenden Industrievertreter unterstrichen die Bedeutung des Know-how ihrer Mitarbeiter für ihre Unternehmen. Dabei stünden aber verschiedene Forschungsstandorte in harter Konkurrenz, sagte etwa Lonza-CEO Stefan Borgas. In der Schweiz sei die Nachwuchssituation bei den Naturwissenschaften bedenklich.

Top

made by