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Eidg. Abstimmung vom 28. November - Stammzellen: Überparteiliches Komitee wirbt für ein Ja

Bern (sda) Ein überparteiliches Komitee wirbt für ein Ja in der Abstimmung über das Stammzellenforschungsgesetz. Die Vorlage vom 28. November setzt nach Ansicht der Befürworter klare und strenge rechtliche Leitplanken.

Dem Komitee gehören Vertreterinnen und Vertreter aller vier Regierungsparteien an. Die Mehrheit bilden neben neun SP-Mitgliedern die Bürgerlichen. Prominente Sozialdemokraten im Komitee sind der Tessiner Nationalrat Franco Cavalli, die baselstädtische Ständerätin Anita Fetz und die ehemalige Genfer Nationalratspräsidentin Liliane Maury Pasquier.

Eine Ablehnung des Stammzellenforschungsgesetzes hätte nach Ansicht des Komitees fatale Folgen. Hochqualifizierte Forschungskräfte und damit viel Know-how würden aus der Schweiz abwandern, heisst es in einem Communiqué vom Donnerstag.

Grosses medizinisches Potenzial

Nach Ansicht der Befürworter weist die Stammzellenforschung ein grosses medizinisches Potenzial auf. Schon heute würden Stammzellen in der Medizin - etwa bei Leukämie - eingesetzt, sagte FDP-Nationalrat Felix Gutzwiller, Professor für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Zürich, laut Redetext in Bern.

Forscher und Ärzte seien aber überzeugt, dass Stammzellen ein viel grösseres Potenzial besässen. In diesen Gebieten befinde man sich aber erst in der Grundlagenforschung. Umso wichtiger sei es, weitere Erkenntnisse über Stammzellen zu gewinnen.

Als Beispiele für mögliche spätere Anwendungen der Stammzellenforschung nannte Gutzwiller unter anderem die Heilung von Rückenmarkverletzungen. Weitere mögliche Anwendungen seien Parkinson, Diabetes oder Herzkrankheiten.

Cavalli kritisiert Teile der Linken

SP-Nationalrat Franco Cavalli, Leiter des Onkologischen Instituts der italienischen Schweiz in Bellinzona, kritisierte die ablehnende Haltung eines Teils der Linken. Er könne die Fundamentalopposition erzreaktionärer Kreise gegen die Stammzellenforschung verstehen.

In die Grundlage einer solche Fundamentalopposition von links könne er sich aber schlecht einfühlen, sagte Cavalli. Fundamental sei ein Adjektiv, dass sich wenig mit einer linken Weltanschauung vertrage.

Strenge Auflagen

Die jurassische CVP-Ständerätin Madeleine Amgwerd hob die "strengen Auflagen" des Stammzellenforschungsgesetzes hervor. Stammzellen dürften laut dem Gesetz nur aus überzähligen Embryonen gewonnen werden, wenn das betroffene Paar schriftlich sein Einverständnis gegeben habe.

Auch müsse ein entsprechendes Forschungsprojekt erst von der zuständigen Ethikkommission genehmigt werden. Das Gesetz erlaube die Stammzellenforschung zudem nur dann, wenn das betreffende Projekt ein besseres Verständnis der Biologie des Menschen oder eine bessere Krankheitserkennung oder -behandlung zum Ziel habe.

Das Klonen - auch zu therapeutischen Zwecken - werde durch das Gesetz hingegen ausdrücklich verboten, sagte Amgwerd weiter. Embryonen dürften zudem nicht zu Forschungszwecken erzeugt werden und ein Handel mit Embryonen oder Stammzellen sei ebenfalls verboten.

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