New York (sda/dpa) In der Debatte über ein globales Klonverbot hat sich auch am Freitag kein Konsens unter den 191 Mitgliedern der Vereinten Nationen (UNO) abgezeichnet. Eine Abstimmung im Rechtsausschuss wurde am Abend (Ortszeit) zunehmend bezweifelt.
Allerdings muss sich der Ausschuss spätestens bis 10. November für eine Anti-Klon-Konvention oder aber die Empfehlung zu Gesetzen gegen menschliches Klonen entscheiden.
Riegel vor reproduktives Klonen
Nach Angaben von Diplomaten stimmten alle Länder darin überein, dass ein Riegel vor das reproduktive Klonen von Babys geschoben werden muss. Umstritten ist jedoch das therapeutische Klonen, bei dem embryonale Stammzellen zu Forschungszwecken geklont werden.°
UNO-Generalsekretär Kofi Annan sagte am Rande der zweitägigen Debatte in New York, er persönlich befürworte die Fortsetzung der Stammzellenforschung.
Zahlreiche Studien haben die Hoffnung erweckt, dass mit Hilfe embryonaler Stammzellen in Jahren oder Jahrzehnten einmal schwere Krankheiten wie Alzheimer, Krebs oder Diabetes behandelt oder gar geheilt werden könnten.
Aber der Vatikan und etliche streng katholische Länder lehnen auch diese Art von Klonen ab, wie der UNO-Repräsentant des Heiligen Stuhls, Erbischof Celestino Migliore, am UNO-Hauptsitz ausführte. Dutzende anderer Länder appellierten an den UNO-Ausschuss, das therapeutische Klonen von einem möglichen Moratorium auszuklammern.
Zwei Resolutionsentwürfe
Den Repräsentanten aller UNO-Mitgliedsländer liegen zwei konträre Resolutionsentwürfe vor. Der eine, von Costa Rica eingebracht und von den USA sowie bis zu 60 weiteren Staaten unterstützt, verbietet jegliches Klonen menschlicher Zellen.
Der andere Entwurf verbietet nur das Klonen von Babys und schliesst das Klonen für medizinische Zwecke von diesem Verbot vorerst aus. Von Belgien eingebracht, wird diese Initiative von Grossbritannien, Frankreich und rund 20 weiteren Ländern unterstützt.
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Letzte Änderung: 2004-11-08 17:31:38