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Stammzellenforschung: Volk sagt Ja - Referendumskomitee will Embryonen-Adoption

Bern (sda) Mit Zweidrittelsmehr hat das Volk das von religiösen und links-grünen Kreisen bekämpfte Stammzellenforschungsgesetz (StFG) angenommen. Das Referendumskomitee ist enttäuscht und verlangt nun die Möglichkeit, Embryonen adoptieren zu können.

Die Forschung an Stammzellen überzähliger Embryonen wird in der Schweiz unter strengen Auflagen erlaubt. Die Referendumsvorlage nahm die Hürde mit rund 1 156 600 Ja (66,4 Prozent) gegen 585 400 Nein (33,6 Prozent). In keinem Kanton war eine Mehrheit dagegen. Am deutlichsten angenommen wurde die Vorlage in der Westschweiz.

Das Spitzenresultat lieferte mit 84,6 Prozent Ja der Kanton Genf. Das katholische Wallis war mit 53,7 Prozent für das schwächste Ja besorgt, hinter Appenzell Innerrhoden (55,8), Obwalden (56,4) und St. Gallen (59,4).

Befürworter sehen sich bestärkt

Die Befürworter des StFG sehen sich bestätigt: Das Volk wolle einen starken, wettbewerbsfähigen Forschungsstandort Schweiz und den medizinischen Fortschritt, hiess es praktisch unisono. Allseits hervorgehoben wurde zudem die Bedeutung des Votums für unheilbar Kranke. Diese könnten nun weiterhin auf neue Therapien hoffen.

Vor allem seitens der Forschung wird die künftige Rechtssicherheit begrüsst. Die FDP verlangt nun die rasche Ausarbeitung einer Biotechnologie-Strategie. Verschiedene StFG-Befürworter wie etwa die CVP und die SP bestehen indes ausdrücklich darauf, dass das StFG nicht als Eingangstor zum Klonen dienen darf.

Gegner sprechen von "Salamitaktik"

Unter anderem dies befürchten nämlich die Gegner des StFG: Als nächstes werde versucht, die Präimplantationsdiagnostik und das therapeutische Klonen zuzulassen, ist eine Sprecherin des Basler Appells gegen Gentechnologie überzeugt und spricht von "Salamitaktik". Der Basler Appell hatte das Referendum ebenfalls unterstützt.

Das Referendums-Komitee gegen das Stammzellenforschungsgesetz ist ebenfalls enttäuscht. Das Volk habe sich offensichtlich nicht gefragt, woher die "überzähligen" Embryonen denn kommen sollten, sagte Komitee-Sprecher Christoph Keel.

Das Komitee fordert laut Keel nun zwei Sitze in der nationalen Ethikkommission und die konsequente Anwendung des Fortpflanzungsmedizin-Gesetzes. Zudem müsse es künftig die Möglichkeit geben, Embryonen adoptieren zu können. Dies sei bereits in vielen Ländern möglich, so in den USA, wo letztes Jahr 25 Kinder auf diese Weise auf die Welt gekommen seien.

"Nein-Stimmende ernst nehmen"

Andere StFG-Gegner wie etwa die EVP und die Grünen pochen darauf, dass die Gesetze und abgegebenen Versprechen nun auch tatsächlich eingehalten werden. Überdies müssten die Anliegen der Nein-Stimmenden auch nach der Zustimmung zum StFG ernst genommen werden, fordern SP und Basler Appell.

Die Schweizer Bischofskonferenz wollte zum Abstimmungsergebnis keine Stellung nehmen. Sie hatte sich im Gegensatz zum Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund gegen das StFG ausgesprochen.

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