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Koexistenz gentechnisch veränderter und konventioneller Pflanzen: ETH und Forschungsanstalt fordern klare Regeln

Zürich (sda) In zahlreichen Gemeinden in der Schweiz sollte der Anbau von gentechnisch veränderten und konventionellen Pflanzen nebeneinander möglich sein. Dazu seien aber klare Regeln dringend nötig, halten die ETH und die Forschungsanstalt Agroscope fest.

Die Landwirtschaft benötige dringend klare zukunftsweisende Regeln, hiess es an einer Konferenz der ETH Zürich und Agroscope FAL Reckenholz vom Donnerstag in Zürich. Gewährleistet werden müsse dabei, dass gentechnisch veränderte Pflanzen konventionelle Kulturpflanzen nicht beeinträchtigten.

Die Wissenschaftler riefen die europäischen Länder auf, solche Richtlinien auszuarbeiten und damit eine Koexistenz der beiden Anbauformen sicherzustellen. Diese notwendigen Regelwerke sollten der Verunsicherung der Konsumenten entgegenwirken und den unterschiedlichen Ansprüchen der Bevölkerung Rechnung tragen.

Die Konsumentinnen und Konsumenten sollen frei zwischen Nahrungsmitteln aus unterschiedlichen Produktionssystemen wählen können, betonten die Konferenzteilnehmer.

Suche nach Lösungen

Im Zentrum der Diskussionen stand daher die Frage, wie die beiden Anbauformen nebeneinander existieren könnten, ohne dass die eine von der anderen beeinträchtigt wird. Die pflanzenwissenschaftliche Forschung suche nach Lösungen, um die so genannte Auskreuzung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) zu verhindern.

Einen Weg dazu sehen die Forschenden darin, die Entstehung und Verbreitung von befruchtungsfähigen Pollen zu vermeiden. Studien zeigten, dass bei Mais durch die Sterilität männlicher GVP bereits heute eine Koexistenz möglich wäre. Selbstbestäubende Sorten, bei denen die Pollen in der Blüte verbleiben, könnten beim Raps eine Auskreuzung verhindern.

Koexistenz mehrheitlich möglich

Ein Verteter von Agroscope FAL Reckenholz zeigte für die Schweiz auf, dass verhältnismässig geringe Abstände genügen, um bei Mais und Raps eine Koexistenz sicherzustellen.

Er verwies dabei auf eine Studie der Forschungsanstalt. Durch die Einhaltung von Regeln auf technischer und organisatorischer Ebene sowie klaren Abmachungen und einem Informationsaustausch zwischen Landwirten sei eine Koexistenz bei der Mehrzahl der Gemeinden in der Schweiz möglich.

Um Auskreuzung auf dem Feld zu minimieren, sollte gemäss der Studie der Feldabstand bei Silomais 25 Meter betragen, bei Körnermais 50 Meter und bei Raps in 100 Prozent männlich fertilen Beständen ebenfalls 50 Meter.

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