"Wir haben keine Daten darüber, dass geprüfte Gentech-Lebensmittel nicht sicher sind", sagte Jorgen Schlundt, Direktor für Lebensmittelsicherheit bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Veröffentlichung eines WHO-Berichts über Biotechnologie, Gesundheit und Entwicklung am Donnerstag in Genf. Das gelte zumindest für den jetzigen Zeitpunkt.
"Gentechnisch veränderte Lebensmittel können Vorteile bringen, die Sicherheitstests müssen aber fortgesetzt und jede Neuentwicklung geprüft werden", fasste Schlundt die Resultate der Studie zusammen. Wir sind skeptisch gegenüber GVO, deshalb fordern wir weitere Tests", sagte er weiter.
Breitere Tests
Dabei müssten neben der Gesundheits- und Umweltverträglichkeit auch sozio-ökonomische und ethische Fragen berücksichtigt werden, darunter auch das Thema der Rechte des geistigen Eigentums.
"Man nimmt den Entwicklungländern Geld, wenn man verlangt, dass die Bauern dort jedes Jahr für hybrides GVO-Saatgut bezahlen müssen", führte Schlundt aus. Das sei eine Hauptsorge, die Entwicklungsländer gegenüber GVO hätten.
Die ersten genetisch veränderten Lebensmittel gelangten Mitte der 90er Jahre auf den Markt. Seither wurden Mais, Soja, Raps und Baumwolle international in mehreren Regionen auf den Markt gebracht. Nach Schätzungen der WHO werden GVO weltweit auf 4 Prozent des Agrarlandes angepflanzt.
"Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) bieten die Möglichkeit, bessere landwirtschaftliche Erträge und Lebensmittel von höherem Nährwert zu erzielen", schreibt die WHO in dem Bericht. Das würde zu einer Verbesserung der Gesundheit und Entwicklung beitragen.
Ausserdem dürfte künftig der Einsatz von Pestiziden und anderen agrochemischen Produkten verringert werden können, das Einkommen der Landwirte zunehmen, der Fortbestand der Pflanzkulturen und eine grössere Lebensmittelsicherheit gewährleistet werden.
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Letzte Änderung: 2005-11-15 00:00:00