Bern (sda) Zum dritten Mal in Folge haben die Tierversuche in der Schweiz 2004 zugenommen. Eine gute halbe Million Tiere musste zu Versuchszwecken hinhalten. Für Kosmetikprodukte wurden 2004 keine Tiere eingesetzt.
Die Zunahme der Tierversuche betrug 3,6 Prozent, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) am Dienstag mitteilte. Auch die Zahl schwer belasteter Versuchstiere nahm zu. Insgesamt wurden 492 456 Tiere in Vesuchen verwendet, 17 011 mehr als 2003.
Diese dritte Zunahme sei mit der Entwicklung in anderen europäischen Staaten vergleichbar, heisst es zur BVET-Versuchstierstatistik weiter. Die schwer belastenden Versuche wurden insbesondere für neue Medikamente und die Qualitätssicherung biologischer Produkte (etwa Impfstoffe) sowie für toxikologische Abklärungen durchgeführt.
Fast zwei Drittel der Versuchstiere wurden in der Industrie eingesetzt, ein Drittel an Hochschulen und Spitälern. Neun Zehntel der in bewilligungspflichtigen Tierversuchen eingesetzten Tiere waren Nager wie Mäuse, Ratten, Hamster oder Meerschweinchen. Weiter wurden Fische, Kaninchen, verschiedene Haustierarten, Affen, Geflügel und Amphibien verwendet.
2004 waren 2455 kantonale Tierversuchsbewilligungen gültig (+4%). 874 Bewilligungen wurden neu erteilt, über die Hälfte davon mit Auflagen; drei Gesuche wurden abgelehnt.
Das BVET forderte bei 35 Bewilligungen weitere Präzisierungen an oder beantstandete Teile der Versuche. In einem Fall legte das Bundesamt Beschwerde gegen die kantonale Bewilligung ein.
In nichtbewilligunspflichtigen (nicht belastenden) Tierversuchen wurden 187 968 Tiere eingesetzt (2003: 149 914). Bei den meisten dieser Versuche werden die Tiere zur Organ- oder Gewebeentnahme getötet. Daneben ging es um Fütterungsversuche bei grossen Geflügelherden.
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Letzte Änderung: 2005-11-15 00:00:00