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ETH-Feldversuch mit Gentech-Weizen in Lindau: Über vier Jahre bis zu den Resultaten

Chronologie

   Zürich (sda) Anfang der 90er Jahre machte die Forschungsanstalt für Pflanzenbau in Changins zwei Freisetzungsversuche mit einer gentechnisch veränderten Kartoffelsorte. Eine Bewilligung war nicht nötig. Das änderte mit der Freisetzungverordnung ab 1999.

   1999: Zwei Anträge mit genveränderten Pflanzen - ein Versuch mit Mais einer Saatgut- und Herbizidfirma in Oftringen AG und einer mit Kartoffeln in der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Pflanzenbau in Changins VD - werden abgewiesen.

   9. Januar 2001: ETH Zürich gibt bekannt, dass sie einen Freilandversuch mit Gentech-Weizen plant. Ein entsprechendes Gesuch hat sie beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) eingereicht.

   20. November 2001: Das BUWAL lehnt das Gesuch ab. Das Schadenspotenzial sei nicht abschätzbar, ist die Begründung.

   13. September 2002: Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) heisst die Beschwerde der ETH gut. Das BUWAL muss das Gesuch neu beurteilen.

   20. Dezember 2002: Das BUWAL bewilligt den Freisetzungsversuch in Lindau mit Auflagen. Die ETH muss weitere Unterlagen zustellen und Sicherheitsvorkehrungen machen.

   30. Januar 2003: Das Komitee "Lindau gegen Gentech-Weizen", der Dachverband IP-Suisse und Greenpeace reichen beim BUWAL Beschwerde ein.

   21. Februar 2003: Das UVEK entzieht der Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Die ETH soll spätestens im März mit dem Versuch beginnen können.

   25. Februar 2003: Das Komitee "Lindau gegen Gentech-Weizen", der Dachverband IP-Suisse und Greenpeace fechten den UVEK-Entscheid an. Damit muss sich das Bundesgericht mit dem Versuch befassen.

   Februar/März 2003: Verschiedene Proteste von Greenpeace.

   12. März 2003: Die ETH darf ihren Versuch vorerst doch nicht starten: Das Bundesgericht entscheidet, dass das UVEK der Beschwerde der Gegner die aufschiebende Wirkung zu Unrecht entzogen hat.

   17. Juni 2003: Das UVEK heisst die Beschwerde gut. Die ETH will am Versuch aber festhalten. Das Verfahren muss noch einmal von vorne durchgeführt werden.

   22. Juli 2003: Die ETH Zürich reicht beim BUWAL das zweite Gesuch ein.

   30. Oktober 2003: Das BUWAL bewilligt das Gesuch mit strengen Auflagen. Die ETH Zürich will im März 2004 den Versuch starten. Greenpeace und Anwohner wollen Beschwerde einreichen.

   27. Februar 2004: Das UVEK lehnt die Beschwerde von Anwohnern und Greenpeace ab.

   18. März 2004: ETH Zürich startet mit dem Freisetzungsversuch in Lindau ZH. Ein weiteres Zuwarten hätte laut ETH die Durchführung des Experimentes gefährdet. Zudem sei beim Bundesgericht keine Beschwerde eingegangen.

   23. März 2004: An der ETH regt sich Widerstand: 24 Mitarbeitende wenden sich in einem offenen Brief an die Schulleitung und kritisieren deren Vorgehen.

   25. März 2004: Die Umweltorganisation Greenpeace verzichtet auf den Gang ans Bundesgericht. Die ETH habe vor Ablauf der Rekursfrist mit der Aussaat begonnen. Der Schaden sei angerichtet.

   26. März 2004: Greenpeace-Aktivisten besetzen das Gentech-Versuchsfeld in Lindau. Einen Monat später beschriften sie Schilder mit "Gentech-Zone". Auch im Juni und Juli kommt es zu Protesten.

   14. Juli 2004: Der ETH-Versuch geht zu Ende. Das Feld wird geräumt.

   8. September 2005: Die ETH stellt die Resultate zum Versuch vor.

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