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Eidg. Abstimmungen vom 27. November - Gen Suisse lehnt Gentech-Moratorium strikt ab

Bern (sda) Die Stiftung Gen Suisse lehnt ein Gentech-Moratorium bei Pflanzen und Tieren ab. Ein Moratorium wäre nicht nur das falsche Signal, sondern würde Forschung und Lehre massiv schwächen, gibt Gen Suisse zu bedenken.

Die Schweizer Forschung im Bereich der Pflanzenbiotechnologie spiele international auf oberstem Niveau mit. Diese Position und damit die Exzellenz in Forschung und Lehre stünden seit Jahren unter finanziellem und öffentlichem Druck, sagten Gen-Suisse-Vertreter am Dienstag vor den Medien in Bern.

Ein Moratorium für den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen hätte eine negative Signalwirkung auf Studierende und Wissenschaftler, sagte Ernst Hafen, designierter ETH-Präsident und Stiftungsrat von Gen Suisse, laut Redetext.

Restriktive Regelung

Niemand wolle auf einem Gebiet Forschung betreiben, dessen Anwendung im eigenen Land verboten ist. "Eine Schwächung des wissenschaftlichen Nachwuchses heute habe langfristige negative Konsequenzen."

Gentechnik sei eine Veränderung des Erbguts, wie sie in der Natur seit Milliarden von Jahren vorkomme, führte Hafen weiter aus. "Das heisst nicht, dass diese Technologie keine Risiken trägt, aber die Risiken sind heute, nach jahrelanger intensiver Biosicherheitsforschung nicht nur abschätzbar, sondern aus Sicht der Wissenschaft auch vertretbar."

Zudem habe die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern eine sehr restriktive Regelung für Freisetzungen, sagte Hafen. Das Gentechnikgesetz (GTG) setze klare Leitplanken und hohe Hürden, sagte auch Nationalrat und Gen-Suisse-Stiftungsrat Josef Leu.

Leere Worthülse

Es gewährleiste eine sichere und verantwortungsvolle Anwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen sowie die Wahlfreiheit von Kosumenten und Produzenten. Gleichzeitig lasse es Raum für Forschung auf einem Gebiet mit ausgewiesenem Nutzen und grossen Potenzial - auch für die Landwirtschaft.

"Der Schutz der gentechnikfreien Produktion, eines der wichtigsten Anliegen der Gentechfrei-Initianen, ist mit dem umfassenden GTG bereits erfüllt", sagte Leu. Die Initiative verspreche den Konsumenten Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft und den Bauern bessere Marktchancen durch das Label "gentechnikfrei".

Dabei werde aber ausgeblendet, dass die Einfuhr und der Verkauf von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln auch nach Annahme der Initiative weiterhin erlaubt wärden, kritisierte Leu. "Da die Moratoriumsinitiative weder auf die importierten Lebens- noch Futtermittel einen Einfluss hat, enttarnt sich ihr proklamiertes Ziel als leere Worthülse."

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