Bern (sda) Das Gentechnik-Moratorium verhindere die Anwendung einer zukunftsträchtigen Technologie, finden namhafte Forschende und werben für ein Nein am 27. November. Über 170 Wissenschafter haben bisher ein Manifest für eine Zukunft der Pflanzenforschung unterzeichnet.
Hinter dem am Dienstag in Bern den Medien vorgestellten Manifest steht der Verein "Forschung für Leben". Unter den Unterzeichnern sind auch die Nobelpreisträger Werner Arber und Rolf Zinkernagel.
Professor Wilhelm Gruissem vom Institut für Pflanzenforschung der ETH Zürich hielt gemäss Redetext fest, dass es zur Gentechnik in der Pflanzenforschung keine Alternative gebe. Mit dem weltweit strengsten Gentechnik-Gesetz habe die Schweiz dafür verbindliche Regeln geschaffen. Darauf würden die Forscher Wert legen.
Forschung und Anwendung gehörten zusammen, dieser Meinung ist auch Alexander Zehnder, Präsident des ETH-Rates. Mit dem Moratorium werde die anwendungsorientierte Forschung unmöglich. Das schrecke junge Forschende und Studenten ab und gefährde somit den Spitzenplatz der Schweiz in der Pflanzenbiotechnologie.
Für die Ärmsten der Welt
Weltweit beachtete Entwicklungen wie der "Goldene Reis" zur Bekämpfung von Vitamin A-Mangel seien an der ETH entscheidend mitgeprägt worden. Entwicklungen wie diese seien in Anbetracht der steigenden Weltbevölkerung wichtig für den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt.
Hier wolle der Forschungsplatz Schweiz einen Beitrag zu Gunsten der Ärmsten der Welt leisten. Die Moratoriums-Initiative würde aber die dafür nötige Technologie verhindern. Die Forschenden befürchten bei einer Annahme gravierende Konsequenzen für die Gentechnologie.
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Letzte Änderung: 2005-11-15 00:00:00