NEW YORK - Zwei neue Verfahren, die embryonale Stammzellen ohne Zerstörung lebensfähiger Embryonen produzieren, sind in den USA auf ein überwiegend positives Echo gestossen. Sie waren am Montag online vom Fachmagazin "Nature" vorgestellt worden.
Die neuen Arbeiten "beweisen, dass tatsächlich voll funktionsfähige embryonale Stammzellen von (Zell-) Einheiten gewonnen werden können, die keine natürlichen normalen Embryos sind", sagte der Stanford-Professor William Hurlbut, der US-Präsident George W. Bush in bioethischen Fragen berät der "Washington Post".
Diese Arbeiten "umgehen alle ethische Einwände, ausser vielleicht diejenigen einer kleinen Minderheit in der Pro-Life-Gemeinde, die selbst die künstliche Befruchtung ablehnt", erklärte der republikanische Kongressabgeordnete Roscoe Bartlett der "New York Times".
Bartlett bekennt sich auf seiner Website als Pro-Life-Vertreter. Die Bewegung ist vor allem durch ihre Haltung gegen Abtreibungen bekannt. Die neuen Technologien bieten Alternativen zum therapeutischen Klonen, mit dem Ärzte massgeschneiderte Ersatzgewebe für schwer kranke Patienten produzieren wollen.
Eines der beiden Verfahren schaltet das Gen Cdx2 aus und macht Embryos damit lebensunfähig. Das zweite Verfahren Lanza entnimmt dem Embryo im allerfrühesten Stadium eine seiner dann erst acht Zellen. Aus dieser Zelle gewinnt das US-Team über Umwege mehrere embryonale Stammzelllinien.
Der Embryo selbst bleibt unbeschadet und kann sich nach einer Implantation normal weiter entwickeln. Die Entnahme einer einzelnen Zelle im frühesten Stadium eines Embryos wird seit etwa zehn Jahren in Fruchtbarkeitskliniken zur genetischen Diagnose des Ungeborenen praktiziert.
Zu dem zweiten Ansatz sagte der katholische Stammzellforscher Hurlbut: "Ich finde ihn weitaus weniger bedenklich als die Zerstörung eines Embryos". Dagegen lehnt die Konferenz amerikanischer Bischöfe das neue Verfahren ebenso ab wie die genetische Untersuchung eines Embryos.
© 2009
, Postfach, 3000 Bern 14 - Tel.: +41 31 356 73 84, Fax +41 31 356 73 01
Letzte Änderung: 2005-11-15 00:00:00