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Präimplantationsdiagnostik: Verbot lockern - Ständerat will heisses Eisen anpacken

Bern (sda) Präimplantationsdiagnostik soll in der Schweiz zugelassen werden. Der Ständerat beschloss am Dienstag, die umstrittene Frage anzugehen und eine Motion des Nationalrates zu überweisen. Diese verlangt eine Lockerung des heutigen Verbotes.

Mit 24 zu 18 Stimmen folgte die kleine Kammer der Minderheit ihrer Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK). Die Mehrheit der WBK hatte die Motion nicht überweisen wollen. Es gehe darum, in einem ethisch hoch sensiblen Bereich Grenzen zu ziehen, hatte Mehrheitssprecher Hansruedi Stadler (CVP/UR) argumentiert.

Auch wenn Präimplantationsdiagnostik (PID) nur streng begrenzt zugelassen werde, öffne dies einer neuen Selektionsmethode Tür und Tor. Als Beispiel nannte er Family Balancing, die Auswahl eines Embryos nach Geschlecht vor der Einpflanzung in die Gebärmutter.

Als Vertreter der Minderheit hielt Fritz Schiesser (FDP/GL) dagegen, es sei Aufgabe der Politik, sich mit immer neuen wissenschaftlichen Methoden zu befassen. "Wir sollten versuchen, eine Lösung für diese Frage zu finden", sagte Schiesser.

Der Bundesrat begrüsste die Motion ebenfalls. Er will Präimplantationsdiagnostik in wenigen, genau definierten Fällen zulassen. Zahlreiche politische Vorstösse, die Weiterentwicklung medizinischer Techniken und neue, differenzierte Stellungnahmen aus ethischer Sicht seien der Anlass dafür.

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