Flims (sda) Gegner und Befürworter der Gentechnik streiten über die Frage, was das Ja zum Gentech-Moratorium für die landwirtschaftliche Forschung bedeutet. Der Ständerat lehnt es ab, die Forschung explizit auf Lösungen ohne Gentechnik auszurichten.
Mit 24 zu 12 Stimmen sprach sich die kleine Kammer am Donnerstag gegen eine Motion der SP-Fraktion aus, die der Nationalrat überwiesen hatte. Die Motion verlangt, dass der Bundesrat "umfassende Forschungen über innovative Lösungen ohne Gentechnologie" initiiert.
Es sei unverständlich, dass der Bund nach der Annahme des Gentech-Moratoriums die landwirtschaftliche Forschung auf Gentechnik fokussiere, sagte Simonetta Sommaruga (SP/BE). Dem ausgewiesenen Bedürfnis der Bevölkerung nach naturnahen, gentechfreien Produkten sei in der mit Steuergeldern finanzierten Forschung Rechnung zu tragen.
Die Gegnerinnen und Gegner der Motion vertraten die Ansicht, dass ausreichend an gentechfreien Lösungen geforscht wird. Sie interpretierten die Motion so, dass bei einer Annahme die Gentechforschung eingeschränkt würde.
"Man soll das eine tun und das andere nicht lassen", sagte Peter Bieri (CVP/LU) und forderte den Rat auf, die Motion abzulehnen. Hansruedi Stadler (CVP/UR) plädierte mit denselben Worten für die Annahme der Motion.
Bundesrätin Doris Leuthard hielt fest, der Bundesrat sei bereit, die Motion entgegenzunehmen, befürworte aber auch die Gentechforschung. Es brauche "Forschung in aller Breite".
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Letzte Änderung: 2007-06-28 07:34:00