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Bodenseeregion soll Gentechnik frei werden: Initiative überreicht Petition mit 13 000 Unterschriften

Konstanz (sda) Die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) soll den gentechnikfreien Anbau in ihr Leitbild aufnehmen. Dies fordert die Initiative "Gentechnikfreie Bodenseeregion", die am Freitag in Konstanz eine Petition mit 13 000 Unterschriften überreichte.

Empfänger war der Vorsitzende der IBK, der Schaffhauser Regierungsrat Erhard Meister. Die gesamte Bodenseeregion soll als länderübergreifende "gentechnikfreie Anbauregion" ausgewiesen werden, denn Gentechnik "kennt keine Grenzbalken", wie Ernst Schwald von der Initiative sagte.

Saatgut und biologische Vielfalt schützen

Daher sei die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wichtig, sagte Lilith Hübsche, Co-Präsidentin von Gen Au Rheinau und Zürcher Kantonsrätin. Der Initiative geht es vor allem um den Schutz des Saatguts, die Sicherung der biologischen Vielfalt, gesunde Lebensmittel und eine naturnahe Landwirtschaft.

Dieses Anliegen wird von Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen unterstützt, erklärten die Initianten. So wurden die Unterschriften in nur fünf Wochen gesammelt.

Grosse Hoffnung setze er auf die Unterstützung von Erhard Meister, sagte Hansueli Bernath, Landwirt und Alt Kantonsrat aus Schaffhausen. Er selbst produziert Rapsöl aus garantiert gentechnikfreiem Anbau. Dies sei in ganz Kanada nicht mehr möglich, denn die Pollen fliegen bis zu 200 Kilometer weit.

Macht liegt bei den Konsumenten

Meister, selbst promovierter Agrarwissenschaftler, dämpfte jedoch diesen Optimismus. Dass die IBK sich geschlossen hinter das Anliegen stelle, glaube er nicht. Ausserdem seien nicht die Kantone sondern der Bund zuständig für die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen.

Es müsse allerdings möglich sein, gentechnikfreies Saatgut zu produzieren, sagte Erhard Meister. "Die grosse Macht liegt bei den Konsumenten und bei den Grossverteilern von Lebensmitteln," betonte er. Bis 2010 gilt noch das Gentech-Moratorium, das den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Schweiz verbietet.

Schaffhausen will nicht Spielverderber sein

Eine wichtige Rolle spielt die Haltung von Baden-Württemberg, wo zurzeit ein parlamentarisches Verfahren läuft. Die IBK wird im Juni eine Entscheidung treffen. Erhard Meister versprach: "Wenn die grossen Länder mitmachen, wird Schaffhausen nicht die Verderberrolle spielen."

Die vor vier Jahren gegründete Initiative "Gentechnikfreie Bodenseeregion" ist ein Bündnis verschiedener Organisationen aus allen Anrainerländern des Bodensees.

In der Schweiz gehören unter anderem der Ostschweizer Bioverband, Bio Suisse, Gen Au Rheinau, die Schweizer Arbeitsgruppe Gentechnologie, Swissaid, Greenpeace, der WWF von St. Gallen, beiden Appenzell und dem Thurgau sowie der Rheinaubund Schaffhausen dazu.

Weitere Informationen im Internet unter:

www.gentechnikfreie-bodenseeregion.org.

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