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Bodenseeregion soll Gentechnik frei werden: Initiative überreicht Petition mit 13 000 Unterschriften

Bern (sda) Forschung und Wirtschaft kritisieren die Verlängerung des Gentech-Moratoriums in der Landwirtschaft scharf. Für sie steht der Schweizer Forschungs- und Wirtschaftsstandort auf dem Spiel.

Die Schweiz sende ein negatives Signal aus, sagte Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch auf Anfrage. Etwa bei der Zulassung von Nahrungsmitteln im Ausland hätten Schweizer Firmen immer wieder Probleme wegen des Anwendungsverbots.

Keine Diskussion

Zudem sei nicht nur die Anwendung, sondern auch die Forschung gefährdet, wie der Widerstand gegen die Freisetzungsversuche zeige. Besonders vermisst Minsch aber eine Diskussion darüber, wo Gentechnologie sinnvoll eingesetzt werden könnte. So seien etwa Feuerbrand oder Karoffelfäulnis Probleme, der mit der Technologien beizukommen wäre.

Nicht glücklich ist auch der Schweizerische Gewerbeverband. Es sei erstaunlich, dass eine mehrheitlich bürgerliche Regierung einen solchen Entscheid fälle, sagte Sprecher Partick Lucca auf Anfrage. Die bürgerlichen Parteien seien nämlich gegen die Verlängerung, die den Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz gefährde.

Für den Interessenverband Gen Suisse ist ein Moratorium grundsätzlich der falsche Weg, mit einer Technologie umzugehen. Das Gentechnik-Gesetz erlaube eine kontrollierte Forschung, werde aber die Anwendung verhindert, sei dies problematisch, sagte Geschäftsführer Kurt Bodenmüller.

Keine Probleme

Er hält es zwar für richtig, dass die Bevölkerung neuen Technologien gegenüber kritisch ist. Heute stimme die Wahrnehmung aber nicht mit den wissenschaftlichen Tatsachen überein. Weltweit würden inzwischen 114 Millionen Hektaren mit gentechnisch veränderten Pflanzen bebaut - laut Bodenmüller ohne zusätzliche Probleme.

Erwartungsgemäss zufrieden ist dagegen die Initiantin der Gentechfrei-Initiative, die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG). Die Organisation, in der gentechkritische Bauern-, Konsumenten-, Umwelt- und Tierschutzorganisationen zusammengeschlossen sind, spricht von einem "klugen und vorausschauenden Entscheid des Bundesrates".

Keine Eile

Auch der Schweizerische Bauernverband (SBV) zeigte sich zufrieden. Laut SBV-Direktor Jacques Bourgeois ist es vernünftig, die Resultate des Nationalen Forschungsprogramms abzuwarten. In der Landwirtschaftskammer, dem Parlament des SBV, sei die Verlängerung nicht umstritten gewesen.

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