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Fachkräftemangel in Naturwissenschaften und Technik: Bundesrätin Leuthard gibt Anstoss zu Massnahmenplan

In der Wirtschaft besteht ein Mangel an Fachkräften in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Bundesrätin Doris Leuthard hat nun zusammen mit Vertretern von Wirtschaft und Kantonen einen Massnahmenplan zur Nachwuchsförderung lanciert.

Der Wirtschaft fehlten mehr und mehr junge Kräfte in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik (NMT), sagte Leuthard am Donnerstag vor den Medien in Basel. Um der Entwicklung entgegenzuwirken, habe das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD) einen Massnahmenplan erstellt. Dieser Plan begründet laut Leuthard auch eine "neuartige Partnerschaft zwischen Wirtschaft, Bund und Kantonen": Verabschiedet wurde er an der 1. Innovationskonferenz im Rahmen des Swiss Innovation Forum zusammen mit Vertretern der Wirtschaft und der Kantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) sowie Experten. Schule und Wirtschaft Ziel sei es, bei jungen Menschen das Interesse für die NMT-Bereiche zu wecken und sie "mitzureissen", sagte Leuthard. Dazu dürfe man indes nicht erst an den Gymnasien oder vor der Berufslehre beginnen, sondern es sei bereits ein "Schlüsselerlebnis an der obligatorischen Schule" nötig. Der Massnahmenplan umfasst vier Elemente. So sollen an Schulen Projekttage mit Beteiligung einzelner Unternehmen stattfinden, und das Thema soll in die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen einbezogen werden. Auf einer Internetplattform können zudem 12- bis 16-Jährige Naturwissenschaften und Technik entdecken.

Die Plattform (www.simplyscience.ch) wurde vom Verband der schweizerischen chemisch-pharmazeutischen Industrie (SGCI) initiiert und am Donnerstag neu lanciert. Ebenfalls über eine Internetplattform (www.evd.admin.ch/nmt) soll schliesslich die Vernetzung der Beteiligten des Massnahmenplans erfolgen. Die EDK begrüsse die Initiative sehr, sagte der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann. Bei den Kantonen sei - etwa im Zuge von HarmoS - an Verbesserungen schon "sehr Vieles unterwegs". Doch wäre es falsch, den Ball zwischen Wirtschaft und Schulen hin- und herzuschieben; hier verringere der Massnahmenplan die Distanz. Finanzkrise vorübergehend Laut dem EVD sind in der Schweiz derzeit etwa 3000 Ingenieurstellen nicht besetzt. Zudem stagniere die Zahl der Ausbildungsabschlüsse in den NMT- Bereichen seit Jahren und wäre ohne ausländische Studierende gar rückläufig. Bundesrätin Lauthard räumte ein, dass wegen der Finanzkrise offene Stellen nun nicht mehr besetzt würden und so der Fachkräftemangel "mindestens für eine gewisse Zeit" zurückgehe. Dies sei jedoch nur eine "vorübergehende Beruhigung", und mit mehr Nachwuchsförderung sei die Schweiz nach der Krise besser aufgestellt.

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