Maisfelder müssen vernichtet werden
Bern (sda) Das Bundesamt für Landwirtschaft hat den Handel mit zwei Sorten Mais sowie deren Anbau verboten, weil sie mit gentechnisch veränderterten Organismen verunreinigt waren.
Die beiden Saatgutsorten "Benicia" und "Ulla" wurden dieses Jahr erstmals zum Verkauf zugelassen. Vergangene Woche seien aufgrund von Erfahrungen in Deutschland, Stichproben bei importiertem Saatgut gemacht worden, schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in einer Mitteilung vom Freitag.
Zwei von zehn Proben hätten gentechnisch veränderte Organismen enthalten. Um deren Freisetzung in der Schweiz zu verhindern, habe das BLW den Handel mit Saatgut dieser Sorten sowie den Anbau ab sofort verboten.
Das Saatgut der beiden Sorten sei in Noramerika produziert worden, sagte Olivier Félix vom BLW gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Der Grund für die Verunreinigung sei wahrscheinlich dort zu finden. Gezüchtet wurden die beiden Sorten von der Firma Pioneer.
Bereits gesät
Wieviel vom betroffenen Saatgut bereits im Handel oder bereits ausgesät ist, klären die Behörden zurzeit ab. Die Aussaatszeit für Mais dauert von Ende April bis Ende Mai. Generell seien aber bereits weit über 50 Prozent des Mais bereits gesät worden, sagte ein Vertreter der landwirtschaftlichen Genossenschaft Fenaco.
Der Verkaufsanteil der beiden betroffenen Sorten liege allerdings unter einem Prozent, da es sich um eine neue Sorte handle. Für die beiden Sorten läuft zurzeit eine Rückrufaktion.
Maisfelder vernichten
"Wir müssen nun die betroffenen Felder identifizieren", sagte Hans Hosbach, Chef der Sektion Biotechnologie beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft. Danach müsse ein Konzept erstellt werden um den Mais zu vernichten.
Es mache keinen Sinn, überstürzt zu handeln. Wichtig sei, das Blühen der Pflanzen zu verhindern, denn dadurch könnten gentechnisch veränderte Pollen freigesetzt werden. Die betroffenen Maisfelder müssten nach dem Keimen der Pflanzen behandelt werden, ist Hosbach der Ansicht.
Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist aufgrund des Umweltschutzgesetzes in der Schweiz bewilligungspflichtig. Ein entsprechendes Gesuch sei bisher noch nicht eingereicht worden.
"Benicia" vor allem im Tessin
Die Maissorte "Benicia" sei im Tessin eine beliebte Anbausorte, schreibt der Basler Appell gegen Gentechnologie. Die Tessiner Bauern seien von ihnen schon in der vergangenen Woche über die Verunreinigungen informiert worden, da der Fall von Deutschland her bekannt gewesen sei.
In einer Mitteilung fordert die Organisation einen konsequenten Verzicht auf Gentechnologie in der Landwirtschaft. Die Kleinbauernvereinigung verlangt härtere Sanktionen gegenüber den Verursachern von eingeführtem Saatgut mit gentechnisch veränderten Organismen.
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Letzte Änderung: 2004-09-17 09:35:59