Vater hat Fragen, macht Ärzten aber keine Vorwürfe
Washington (sda/afp) Bei einem gentherapeutischen Experiment ist laut einem Zeitungsbericht erstmals ein Patient gestorben. Die Organe eines 18-Jährigen versagten, nachdem ihm ein gentechnisch veränderter Virus in die Leber injiziert worden war.
Wie die "Washington Post" am Mittwoch berichtete, litt der Patient an einer seltenen Stoffwechselkrankheit, die er allerdings durch Medikamente und eine besondere Diät unter Kontrolle hatte. Er hatte sich der Universität des US-Bundesstaates Pennsylvania in Philadelphia freiwillig als Versuchsperson zur Verfügung gestellt.
Sein Vater sagte der Zeitung, er mache den Ärzten zwar keine Vorwürfe, habe aber "haufenweise Fragen" an sie. Die Wissenschafter, die für das Experiment verantwortlich sind, konnten zunächst nicht mit Sicherheit sagen, was zum Tod des Patienten führte.
Bei 17 anderen Versuchspersonen hatte die Injektion keine Nebenwirkungen hervorgerufen. In den USA experimentieren über hundert Forschungsinstitute mit Trägerviren, die therapeutische Gene in den Körper des Kranken transportieren sollen.
Die US-Behörden kündigten Warnschreiben an alle betroffenen Wissenschafter an, mit der Aufforderung, Nebenwirkungen zu melden. Die Tests von Philadelphia waren umstritten, weil sie nicht nur an unheilbar Kranken vorgenommen wurden, sondern auch an gesunden und bereits erfolgreich behandelten Patienten.
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Letzte Änderung: 2004-09-17 09:35:59