Greenpeace kritisiert Schweizer Unterstützung für Gentech-Antrag
Seattle/Zürich (sda) Bundesrat Pascal Couchepin unterstützt am WTO-Treffen in Seattle den Antrag für eine Gentech-Arbeitsgruppe in der Welthandelsorganisation. Hinter dem Vorstoss steht die gentech-freundliche USA. Greenpeace wirft der Schweizer Delegation vor, dass sie sich über Bevölkerungsinteressen hinweg setze.
Auch der EU-Kommissar Franz Fischler stimmte entgegen einer Übereinkunft innerhalb der Europäischen Union für den Antrag, was verschiedene Abgeordnete des EU-Parlaments zu Kritik veranlasste. Ein wirtschaftsfreundliches WTO-Abkommen zur Gentechnologie konkurrenziere direkt das Biosafety-Protokoll der UNO, hiess es am Donnerstag in Umweltkreisen.
Für das von den USA und Kanada lancierte Papier stimmten nebst der Schweiz und dem EU-Vertreter auch Ungarn, Japan, Korea und die Türkei. Das Ziel ist die Schaffung einer Arbeitsgruppe Biotechnologie, die Fakten über "die Beziehungen zwischen Handel, Entwicklung, Gesundheit, Konsumenten- und Umweltfragen in der modernen Biotechnologie" zusammentragen soll.
Greenpeace fordert Korrektur
Mit ihrem Vorgehen stelle Couchepin Handelsfreiheit in Sachen Gentech über den Schutz von Mensch und Umwelt, kritisierte Greenpeace Schweiz am Donnerstag in einem Communiqué. Es sei zu befürchten, dass ein WTO-Regelung dazu führe, dass US-Konzerne das Recht einklagen könnten, ihre Gentech-Produkte auch in Europa anpflanzen zu dürfen.
Die Haltung der Delegation Couchepin sei besonders unverständlich, da sie mit dem Auftrag nach Seattle gereist sei, Sozial- und Umweltanliegen zu berücksichtigen. Greenpeace verlangt, dass der Entscheid umgehend korrigiert wird.
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Letzte Änderung: 2004-09-17 09:35:59