Europa-Parlament will Bioethik-Ausschuss einrichten
Strassburg/Brüssel (sda/afp) Die Europäische Union (EU) will eine intensive Debatte über die britischen Pläne, das Klonen menschlicher Embryonalzellen zu Forschungszwecken zu erlauben. Dies erklärte Kommissionspräsident Romano Prodi am Montag in Brüssel.
Die Kommission, erklärte Prodi weiter, plane derzeit zwar keine EU-weiten Rechtsvorschriften. Er wolle aber die Diskussion fördern.
Das Europa-Parlament will nach Angaben eines Sprechers seinerseits einen Bioethikausschuss einrichten. Dies sei vom Präsidium der EU-Volksvertretung angeregt worden.
Das Plenum wolle darüber am Mittwoch debattieren und das Mandat des Ausschusses festlegen. Die britische Regierung hatte Mitte August grundsätzlich Grünes Licht für das Klonen von menschlichen Embryonalzellen für Forschungszwecke gegeben.
Prodi erklärte, es müsse ein Gleichgewicht gefunden werden zwischen "ethischer Strenge" und der "Pflicht, therapeutischen Bedürfnissen nachzukommen". Die Sensibilität in ethischen Fragen sei aber in den EU-Staaten sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Eine von der Kommission eingesetzte Beratergruppe soll am 15. November eine Stellungnahme über die ethischen Aspekte der Forschung an menschlichen Stammzellen abgeben.
Den britischen Plänen zufolge sollen Wissenschafter Embryos bis zum Alter von 14 Tagen Stammzellen entnehmen dürfen. Aus ihnen lässt sich Gewebe jeder Art wie Nerven, Muskeln, Organe und Knochen entwickeln. Dieses Vorhaben, das noch der Zustimmung des Parlaments bedarf, hat zahlreiche Proteste hervorgerufen.
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Letzte Änderung: 2004-09-17 09:35:59