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Forscher pflanzen im Elsass gentechnisch veränderte Weinstöcke an

Colmar (sda/afp) Ungeachtet der Proteste von Umweltschützern und Winzern sollen im Elsass genveränderte Weinstöcke angepflanzt werden.

Wie der Leiter des landwirtschaftlichen Forschungsinstituts INRA in Colmar, Jean Masson, am Freitag mitteilte, haben die Forscher dieser Tage die notwendige Erlaubnis des Pariser Landwirtschaftsministeriums erhalten. Bedenken äusserte unterdessen der elsässische Winzerverband AVA, der Schaden für das "Renommée der Elsässer Weine" befürchtet.

Mit dem zunächst auf vier Jahre angelegten Experiment soll Masson zufolge geprüft werden, ob Weinstöcke dank Gentechnik vor der befürchteten Reisigkrankheit geschützt werden können - einer Virus-Erkrankung, die von Fadenwürmern in der Erde übertragen wird.

Es gehe keineswegs darum, Genwein zu produzieren, betonte Masson. Auch gebe es keine Gefahr einer Verunreinigung herkömmlicher Weinberge.

Ohne Blüten

Die 70 gentechnisch veränderten Reb-Unterlagen werden Masson zufolge ab September auf einem Gelände der INRA geplanzt, das zwei Kilometer vom nächsten Weinberg entfernt liegt. Ausserdem habe sich das Institut verpflichtet, die Blüten der Weinstöcke sofort zu entfernen.

Es werde also keine Pollen geben, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) verbreiten können. "Wir werden mit diesem Experiment weder Trauben noch Wein herstellen", versicherte der Wissenschaftler.

Dennoch stösst das geplante Experiment bei der AVA, der rund 400 elsässische Winzer angehören, auf Widerstand. "Wir fürchten um den guten Ruf unserer Weine", betonte Verbandspräsident Gérard Boesch. Es gebe keinen Grund, den Freilandversuch ausgerechnet im Elsass zu unternehmen, zudem die Grenzregion von der Reisigkrankheit kaum betroffen sei.

Ähnlich argumentiert auch die Vereinigung "Confédération Paysanne" von Bauernführer José Bové. Die Winzer im Elsass seien ohnehin schon mit einer sinkenden Nachfrage konfrontiert. Das Gen-Experiment werde den Elsässer Weinen ein "sehr negatives Image" bescheren, heisst es in einer Mitteilung.

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