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Grossbritannien Regierung erlaubt Forschern erstmals menschliches Klonen

London (sda/afp/dpa) Die britische Regierung hat Wissenschaftern erstmals das Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken erlaubt. Die Forscher erhielten die Bewilligung von der britischen Aufsichtsbehörde für Befruchtung und Embryologie (HFEA).

Die HFEA hiess einen entsprechenden Antrag von Forschern aus dem nordenglischen Newcastle "nach sorgfältigem Abwägen aller Gesichtspunkte" gut, erklärte HFEA-Chefin Suzi Leather am Mittwoch. Die Forscher bekämen "zunächst eine einjährige Forschungslizenz".

Die Wissenschafter wollen aus künstlich produzierten Embryonen Stammzellen entnehmen, um ihre Diabetesforschung voranzutreiben. Die Stammzellen haben den grossen Vorteil, dass sie sich in alle möglichen Arten von Zellen ausbilden können.

Die Projektleiterin sagte, es werde aber mindestens fünf Jahre dauern, ehe man Stammzellen-Behandlungen an Patienten testen könne. Laut den Angaben soll dieselbe Technik zum Einsatz kommen wie beim Schaf Dolly, das Forscher 1997 als erstes Säugetier der Welt aus einer Körperzelle geklont hatten.

Anders als bei Dolly soll sich der menschliche Embryo aber nicht vollständig entwickeln. Vielmehr soll das Wachstum des Organismus' nach etwa 14 Tagen gestoppt werden. Die Stammzellen sollen dann zu Zellen ausreifen, mit denen die Wissenschafter weiterforschen können.

Erster Versuch in Europa

Es handelt sich um den ersten offiziellen Klonversuch mit menschlichen Embryonen in Europa. Im Februar hatten Forscher in Südkorea und kurz danach auch Wissenschafter in den USA entsprechende Erfolge vermeldet.

Das so genannte therapeutische Klonen zu Forschungszwecken ist in Grossbritannien grundsätzlich erlaubt, muss aber einzeln genehmigt werden.

Viele Forscher sehen in der Forschung an den aus menschlichen Embryonen gewonnenen Stammzelllinien einen viel versprechenden Weg im Kampf gegen bisher unheilbare Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Krebs.

Kritiker halten die Methode für unethisch. Embryonen, in denen ein ganz bestimmter Mensch mit zahllosen individuellen Eigenschaften bereits voll angelegt sei, würden hier erzeugt, nur um im Dienste anderer Menschen benutzt und dann zerstört zu werden.

Für die Forschung seien keine Klonen nötig, Stammzellen von Erwachsenen seien wahrscheinlich genauso gut, halten die Kritiker den Befürworten entgegen. Ausserdem heilige der Zweck nicht die Mittel.

Keine Chancen in der Schweiz

In der Schweiz ist im April ein Referendum gegen das Stammzellenforschungsgesetz zu Stande gekommen. Das Gesetz erlaubt die Forschung an Stammzellen, die aus überzähligen Embryonen bei der In-vitro-Fertilisation gewonnen werden. Die Erzeugung zu Forschungszwecken und der Handel mit Embryonen sind verboten.

Die Anwendung von Klon-Technologie verbietet die Verfassung. Die Schweiz sei bei Fragen der Genforschung grundsätzlich konservativ, erklärte Alexandre Mauron, Professor für Bioethik an der Universität Genf auf Anfrage. Dies im Gegensatz zu Grossbritannien.

Laut Mauron hat bislang noch niemand den Beweis erbracht, dass therapeutisches Klonen bei Menschen angewendet werden kann. Bei Menschenaffen stosse die Technologie bereits an ihre Grenzen. Dank der britischen Entscheidung könne nun zumindest überprüft werden, was möglich sei, sagte der Biologe.

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