Bukarest/Brüssel (sda/afp/reuters) In Rumänien sind doch Vogelgrippe-Viren gefunden worden. Die EU will nun einen sofortigen Importstopp für Geflügel aus Rumänien verfügen, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte.
Der Cheftierarzt Rumäniens, Ion Agafitei, sagte in der rumänischen Hauptstadt Bukarest, bei drei Enten aus dem Donau-Delta seien die Erreger gefunden worden. Die EU teilte am frühen Donnerstagmorgen mit, in Proben, die von einer Ente und einem Huhn auf einem Bauernhof im Donau-Delta genommen wurden, sei das Virus H5 entdeckt worden.
Die Europäische Union will ab sofort ein Einfuhrverbot für Vögel, Geflügelfleisch und andere Geflügelprodukte aus Rumänien verhängen. Bis am Mittwoch hatte Brüssel darauf verzichtet, weil frühere Tests allesamt negativ ausgefallen waren. Nun ist die Situation in Rumänien gleich wie in der Türkei.
Erst weitere Untersuchungen werden zeigen, ob es sich beim Virus um die für den Menschen gefährliche Variante H5N1 handelt. Ergebnisse dazu sollten bis Freitag vorliegen.
Die Schweiz hat schon vor einigen Tagen einen Importstopp für Geflügel aus Rumänien und der Türkei verhängt. "Gemäss den uns derzeit vorliegenden Informationen sind weitere Massnahmen nicht nötig", sagte Hans Wyss, Direktor des Bundesamtes für Veterinärwesen, gegenüber dem Westschweizer Radio RSR.
Unklare Situation in der Türkei
Nach dem positiven Befund kündigten die rumänischen Behörden weitere Massentötungen an. In der Türkei steht die Region um das nordwesttürkische Dorf Kiziksa unter Quarantäne, tausende Tiere wurden notgeschlachtet. Am Mittwoch hatten die Behörden erklärt, die Vogelgrippe sei einzig in dieser Region aufgetreten.
Gemäss Medienberichten vom Donnerstag wurde jedoch auch in der südtürkischen Stadt Adana der Verkauf lebender Hühner verboten, nachdem 200 tote Vögel, welche aus der Nähe von Kiziksa stammen sollen, aufgefunden wurden.
Um gegen einen möglichen Ausbruch einer Grippe-Epidemie beim Menschen gewappnet zu sein, hat die türkische Regierung nach weiteren Presseberichten eine Million Packungen des Grippemittels Tamiflu beim Basler Pharmahersteller Roche bestellt.
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Letzte Änderung: 2005-11-15 00:00:00