Washington/New York (sda/dpa/afp) Das Vogelgrippe-Virus ist mit dem Erreger der Spanischen Grippe von 1918 verwandt, bei dem 20 bis 50 Millionen Menschen gestorben sind. US-Forscher wollen nun auf Grundlage der alten Grippeviren einen neuen Impfstoff entwickeln.
Wissenschaftern der amerikanischen Seuchenbehörde CDC in Atlanta gelang es, ein künstliches Virus aus den Genen des Erregers der Spanischen Grippe von 1918 zu erstellen.
Das Besondere an der Spanischen Grippe, der schlimmsten Seuche des 20. Jahrhunderts, bestand darin, dass sie besonders junge und gesunde Menschen anfiel und binnen weniger Tage tötete.
Entwicklung von Impfstoff beschleunigen
Um das vor acht Jahrzehnten verschwundene Virus der Spanischen Grippe wieder zum Leben zu erwecken, entnahmen die Forscher in Alaska einer im Dauerfrostboden liegenden Frauenleiche Gewebeproben. Die Frau war 1918 an der Spanischen Grippe gestorben und dort beerdigt worden.
Zusätzlich verwendeten die Forscher in Formalin konserviertes Lungengewebe von anderen Opfern der Spanischen Grippe. Der Erreger der Spanischen Grippe ist näher mit dem Vogelgrippevirus verwandt als irgend ein anderes.
Mit Hilfe dieses Erregers soll die Entwicklung eines entsprechenden Impfstoffs beschleunigt werden. Als Impfstoff werden oft abgetötete oder stark veränderte, ungefährliche Viren verwendet.
Genom entziffern
Parallel dazu entziffern US-Forscher das Genom von Grippeviren. Bislang konnten sie das Erbgut von 209 Virus-Varianten der vergangenen fünf Jahre nachzeichnen.
Dieser Katalog bietet Aufschluss über die gefährlichsten Gene von Grippeviren und soll die Suche nach entsprechenden Impfstoffen vorantreiben. Beide Studien werden in den neuen Ausgaben der Wissenschaftsjournale "Science" und "Nature" vorgestellt.
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Letzte Änderung: 2005-11-15 00:00:00