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Lungenentzündung SARS - SARS-Genom entziffert

Zahl der Todesopfer steigt auf 132

Hongkong/Vancouver (sda/dpa/afp/reuters) Die Lungenentzündung SARS hat bis zum Wochenende nach WHO-Angaben 132 Todesopfer gefordert, die Zahl der SARS-Fälle stieg auf 3200. Ein Lichtblick: Forscher scheinen das Genom des Virus entschlüsselt zu haben.

Kanadische Wissenschafter hätten das Genom des Virus entschlüsselt, das vermutlich das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS) auslöst, teilte das Michael Smith Genome Center im kanadischen Vancouver am Samstag mit.

Anhand des Genmaterials des Erregers aus der Gruppe der Coronaviren könne nun festgestellt werden, ob er tatsächlich SARS auslöst.

Die Wissenschafter veröffentlichten die Gendaten auf der Website des Labors. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könne der erste Test für die Erkennung von SARS entwickelt werden, sagte Institutsdirektor Marco Marra. Coronaviren lösen auch harmlose Erkältungen aus.

Neue Todesfälle

Auch am Wochenende wurden neue Todesfälle gemeldet: In mehreren asiatischen Ländern starben insgesamt acht weitere Menschen. Aus Kanada wurden drei neue Todesfälle gemeldet. Damit starben in Kanada bislang 13 Menschen an SARS. Dies ist die dritthöchste Zahl nach China mit 60 und Hongkong mit 41 Toten.

Weltweit stieg die Zahl der Toten auf mindestens 132. Rund 3200 Menschen wiesen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang Symptome von SARS auf. Dazu zählen Atembeschwerden und hohes Fieber.

Asien

Die WHO vermutet den Ursprung der Krankheit in der südchinesischen Provinz Guangdong. In China starben am Samstag zwei Infizierte in der Inneren Mongolei. In der Stadt Hohot hätten sich 8 Menschen angesteckt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Singapur beklagte den zehnten SARS-Toten. Möglicherweise gingen auch zwei weitere Todesfälle auf die Krankheit zurück, teilten die Behörden mit. In Vietnam erlag ein 69-jähriger französischer Arzt der Krankheit, wie die französische Botschaft in Hanoi mitteilte. Damit stieg in Vietnam die Zahl der Toten auf 5.

In Hongkong starben nach Behördenangaben am Wochendende fünf weitere SARS-Patienten. Die Zahl der Erkrankten liege bei 1150. 223 Menschen konnten geheilt werden.

Schärfere Schutzmassnahmen

Hongkong beschloss neue Schutzmassnahen zur Eindämmung von SARS: Bei den abfliegenden Passagieren soll nach Angaben der Gesundheitsbehörden künftig Fieber gemessen werden.

Offen bleib, wie diese Pläne umgesetzt werden sollen. Von Hongkong aus fliegen jeden Monat rund eine Million Passagiere ab. Hongkong verfügte bereits früher strenge Quarantänemassnahmen bei Verdacht auf SARS.

Fluggesellschaften am Boden

Am Flughafen von Hongkong wurden nach Angaben der Luftfahrtbehörde 30 Prozent der Flugverbindungen gestrichen. Die Passagierzahlen gingen seit Auftreten von SARS um mehr als die Hälfte zurück.

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific Airways schloss deshalb ein Grounding der gesamten Flotte nicht aus. Aktuell sei dies jedoch nicht geplant, hiess es.

"Wenn die Nachfrage weiter fällt, werden wir entsprechend reagieren müssen", sagte Cathay-Pacific-Manager Tony Tyler. Cathay Pacific ist die viertgrösste Fluggesellschaft Asiens.

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