Experten: Zeit für Bekämpfung der Vogelgrippe drängt
Peking (sda/reuters/afp/dpa) In Peking hat die Geberkonferenz zum Kampf gegen die Vogelgrippe begonnen. Nach Ansicht von Experten hängt die erfolgreiche Bekämpfung der Seuche mehr denn je von einem raschen und koordinierten Handeln der internationalen Gemeinschaft ab.
In vielen betroffenen Ländern und bei den internationalen Einrichtungen fehle es an Geldern, sagte Chinas Vizeaussenminister Qioa Zonghuai zur Eröffnung der zweitägigen Konferenz. An der Konferenz nehmen Vertreter von 89 Staaten, darunter die Schweiz, und 20 internationalen Organisationen teil.
Die Konferenz wird gemeinsam von Chinas Regierung, der Weltbank und der EU organisiert. Die Weltbank rechnet mit einem Bedarf von 1,2 bis 1,4 Mrd. Dollar, um in betroffenen Entwicklungsländern die Gesundheitsdienste und die veterinärmedizinische Versorgung zu verbessern. Denn dort behindere Geldmangel "ernsthaft" Kontrolle und Prävention, sagte Qioa.
Warnung
In der "Erklärung von Peking" sollen zudem Grundsätze für eine langfristige internationale Partnerschaft beim Kampf gegen die Tierseuche vereinbart werden. Die Welt stehe vor der Entstehung einer hoch ansteckenden Krankheit, heiss es in einem Entwurf.
Es bestehe die "reale Möglichkeit", dass eine Veränderung des Virus zu einer Übertragung zwischen Menschen und einer weltweiten Epidemie führen könne. "Wir müssen koordinierte, schnelle und entschlossene Massnahmen ergreifen, um eine Pandemie unter Menschen zu verhindern, uns darauf vorzubereiten und diese unter Kontrolle zu bringen".
Erste Zusagen
Zum Auftakt der zweitägigen Konferenz wurden erste Finanzzusagen gemacht. Die Weltbank stellte bereits 500 Mio. US-Dollar für den Kampf gegen die Vogelgrippe bereit. Die EU gibt 97 Mio. Dollar für das UNO-Finanzpaket und zusätzlich 24 Mio. Dollar für die Forschung. Die Schweiz sagte rund 4,7 Mio. Dollar zu.
Auch der Basler Pharmakonzern Roche kündigte in Peking eine Grossspende des Grippemitels Tamiflu an. Der Konzern habe zugestimmt, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 20 Millionen Dosen zu geben, mit denen zwei Millionen Menschen behandelt werden könnten, sagte die WHO-Sonderbeauftragte für pandemische Influenza.
Die WHO hoffe, dass diese erste Lieferung ihr bald zur Verfügung stehe, um in Notfällen bei den ersten Zeichen einer Pandemie eingesetzt werden zu können. Tamiflu gilt als das wirksamste Mittel gegen das gefährliche Virus H5N1. Daneben setzt die WHO auch auf des Grippemittel Relenza des britischen Konzerns GlaxoSmithKline.
Kinder gefährdet
Vor allem Kinder sind laut der WHO durch die Vogelgrippe gefährdet. Unter den rund 150 Menschen, die sich bislang mit dem besonders gefährlichen Virusstamm H5N1 infiziert hätten, seien überproportional viele Kinder, sagte eine WHO-Vertreterin am Rande der Konferenz.
Alle vier Vogelgrippe-Toten in der Türkei sind Kinder oder Jugendliche. Indonesien meldete am Dienstag einen weiteren Todesfall. Laut dem Gesundheitsministerium in Jakarta starb ein Dreijähriger auf der Insel Java an der Vogelgrippe.
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Letzte Änderung: 2007-06-28 07:33:00