Stellungnahmen (Archiv)

Gentechnik-Imperialismus

Aussage: Gentech-Imperialismus im Namen der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich: Der von der ETH Zürich entwickelte Bt-Reis wurde gegen den Willen der lokalen Bevölkerung in die Philippinen exportiert. Über 52 Organisationen haben eine Petition unterzeichnet, in der sie sich entschieden gegen die vom IRRI (Internationales Reisforschungsinstitut) betriebene Forschung mit Bt-Reis stellen.

Stellungnahme: "Von Import des gentechnisch veränderten Reises gegen den Widerstand der lokalen Bevölkerung kann kaum die Rede sein. Tatsache ist, dass die Einfuhr mit Unterstützung der gewählten Regierung erfolgte. Tatsache ist auch, dass sich eine sehr kleine Minderheit der philippinischen Non Government Organizations (NGOs) gegen die Arbeit des IRRI mit gentechnisch verändertem Reis stellt, nämlich 52 der insgesamt in den Philippinen registrierten 27'000 NGOs. Können die 52 NGOs wirklich für sich in Anspruch nehmen, für die Reisbauern und -konsumierenden der Philippinen, geschweige denn für alle Länder der Dritten Welt, zu sprechen? Hingegen hat das IRRI von der UNO (United Nations Organization), FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationen der Vereinten Nationen) und anderen öffentlichen Organisationen über die CGIAR (Consultative Group on International Agriculture Research) den Auftrag erhalten, alle denkbaren Möglichkeiten auszuschöpfen, die einen Beitrag zur Ernährungssicherung der von Reis abhängigen Bevölkerung leisten könnten. Die ETH hilft dem IRRI, neue Reissorten zu entwickeln, welche die Ernährung der ärmsten Bevölkerungsschichten sichern, nachhaltige, umweltschonende und kostengünstigere integrierte Produktion fördern und positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt haben. Bevor darüber geurteilt wird, sollten die Fakten auf dem Tisch liegen:

Zu unseren Forschungsbemühungen gehören unter anderem die Entwicklung schädlings-, virus- und pilzresistenter Reissorten, die Induktion von Provitamin-A im Reiskorn und die Erhöhung des Eisengehalts im Reiskorn. Angesichts der obengenannten Fakten wäre die Unterlassung dieser Anstrengungen unethisch und nicht umgekehrt. Es ist meine persönliche Überzeugung, dass unsere Forschung zum Überleben von Millionen von Menschen beitragen wird. Dafür setze ich mich mit all meinen Kräften ein."

Prof. Dr. Ingo Potrykus, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich, Januar 1997
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