Stellungnahmen (Archiv)

Kartoffel mit Virusgen

Aussage: "Gefährliche Viren in Schweizer Kartoffeln: Im ersten Freisetzungsversuch in der Schweiz experimentierten die ForscherInnen mit Kartoffeln. Viren wurden den Bintjes eingeschleust, um sie gegen Virusbefall in der Wurzel resistent zu machen. Ein sinnvoller Schutz? Kaum wenn man weiss, dass die Kartoffeln von 90 verschiedenen Krankheiten befallen werden können. (...) Durch die Genmanipulation könnten Stoffwechseländerungen hervorgerufen werden. (...)."

Mailing der Schweizerischen Arbeitsgruppe Gentechnologie, Mai 1996

Stellungnahme: "Sowohl der Titel als auch der Text ist völlig falsch - schlicht unwahr. Erstens: Nicht Viren wurden in die Kartoffeln eingeschleust, sondern ein einziges Gen des Kartoffelvirus Y. Zweitens: Gentechnisch unveränderte Kartoffeln sind unter normalen Bedingungen mit grossen Mengen des Kartoffelvirus Y infiziert. Dieses Virus ist weder für Menschen noch für Tiere in irgendeiner Weise gefährlich. Drittens: Nicht nur die Knolle der gentechnisch veränderten Kartoffelpflanze ist vor Befall mit dem Kartoffelvirus Y geschützt, sondern alle Pflanzenteile. Viertens: In der Schweiz verursachen 3 verschiedene Kartoffelviren, nämlich Y, A und X, wirtschaftlich bedeutende Schäden im Kartoffelanbau, und nicht 90. PVY-resistente Kartoffeln sind sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht interessant, insbesondere für den Bauern. Er könnte seine Saatkartoffeln, die er auf dem Acker produziert hat, verwenden, ohne sich vor noch nicht manifesten PVY-Infektionen fürchten zu müssen. Fünftens: Im sekundären Stoffwechsel der gentechnisch veränderten und der gentechnisch nicht veränderten Kartoffel, gibt es keinen Unterschied."

Dr. Pia Malnoë, Station fédérale de recherches en production végétales de Changins, Mai 1996
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