Stellungnahmen (Archiv)

ETH-Reis auf den Philippinen

Aussage: Die philippinische Regierung hat für den an der ETH Zürich entwickelten, gentechnisch veränderten Reis eine Einfuhrsperre verhängt, weil gar niemand diesen Reis will.

Sinngemässe Aussage von Frau Simonetta Sommaruga, Anlass in der "Schmiedstube", Bern, 22. Januar 1998

Stellungnahme: "Diese Behauptung ist völlig aus der Luft gegriffen. Die philippinische Regierung unterstützt die Zusammenarbeit zwischen der ETH Zürich und dem Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) auf den Philippinen - einer gemeinnützigen, von rund 70 Staaten getragenen Organisation. Erklärtes Forschungsziel ist die Züchtung neuer Reissorten zur Ernährung der ärmsten Bevölkerungsschichten. Die philippinische Regierung erliess bereits 1991 detaillierte Richtlinien in Bezug auf den Import von und das Arbeiten mit gentechnisch veränderten Organismen. Bis heute wurden bereits viele transgene Reislinien, sowohl Pflanzen wie auch Saatgut, mit Unterstützung der philippinischen Regierung in die Philippinen eingeführt. Dort werden sie unter Beachtung der Vorschriften des nationalen Biosicherheitskomitees, welches dem Ministerium für Forschung und Technik unterstellt ist, erst im Gewächshaus auf ihre Wirksamkeit überprüft. Am IRRI werden derzeit Feldversuche mit transgenem Reis vorbereitet. Eine sehr kleine Minderheit der philippinischen Non Government Organizations (NGOs) stellt sich gegen die Arbeit des IRRI mit gentechnisch verändertem Reis, nämlich 52 der insgesamt in den Philippinen registrierten 27'000 NGOs. Können diese 52 Organisationen für sich in Anspruch nehmen, die philippinischen Reisbauern oder alle Länder der Dritten Welt zu vertreten?"

Dr. Martin Schrott, Institut für Pflanzenwissenschaften, ETH Zürich, März 1998
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